ZDF Clement wagt Vorstoß

Nach dem Desaster um die ZDF-Intendantenwahl will Clement den ZDF-Fernsehrat "entpolitisieren".

Düsseldorf – Das Debakel grenzt schon an Peinlichkeit, noch immer steht kein Nachfolger für den ausscheidenden ZDF-Intendanten Dieter Stolte fest. Wieder konnten sich die Parteinen nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen. Nächster Wahltermin: 9. März.

Die gescheiterte Intendantenwahl ruf aber nun den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement (SPD) auf den Plan. Er will sich für eine Änderung des ZDF-Staatsvertrags einsetzen.

Clement sagte dem "Handelsblatt", der ZDF-Fernsehrat müsse verkleinert und entpolitisiert werden. In dem 77-köpfigen Aufsichtsgremium der öffentlich-rechtlichen Länderanstalt sitzen alle 16 Regierungschefs und Vertreter gesellschaftlich relevanter Gruppen.

Union lehnt Änderung ab

Clement setze bei der Novellierung des ZDF-Staatsvertrags auf eine enge Zusammenarbeit mit Schleswig-Holstein, berichtete das Wirtschaftsblatt. Es zitierte seine Regierungssprecherin Miriam Meckel, die seit Dezember für die Filmwirtschaft im ZDF-Fernsehrat sitzt: "Wir wollen eine zügige Entscheidung in den nächsten zwölf Monaten." Die Union lehne jedoch jede Änderung des Wahlmodus ab, hieß es.

Im Fernsehrat verfügen weder die CDU/CSU noch die SPD über die erforderliche Mehrheit von 47 Stimmen. Die Wahl des neuen Intendanten ist bisher daran gescheitert, dass sich die Parteien nicht auf einen Konsenskandidaten einigen konnten.

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