Online-Spielhöllen Nichts geht mehr

Web-Casinos haben ein Problem: Den Kreditkartenunternehmen ist die Netzzockerei zu riskant.

New York – Geschätzte 1400 Seiten im Internet versprechen den Kick. Roulette und Black Jack, Poker und selbst "Einarmige Banditen" fehlen nicht in den Online-Casinos. Und viele spielen mit: Allein im vergangenen Jahr setzten die Netz-Casinos rund drei Milliarden Dollar um, das meiste davon in den eigentlich gar nicht glücksspielfreundlichen Vereinigten Staaten. Obwohl in den meisten Bundesstaaten das Internet-Spiel verboten ist, kommen etwa acht von zehn Spielern aus den USA.

Doch geltende Gesetze machen den Online-Casinos noch die geringsten Sorgen. Die eigentlichen Probleme machen inzwischen die Kreditkartenunternehmen. Der Grund: Vielen ist die Zockerei im Internet zu riskant. Trotz anhaltend lebhafter Nachfrage beschere das Online-Spielgeschäft den meisten ganz einfach mehr Ärger als alles andere, berichtet die "New York Times".

Kartenunternehmen gucken in die Röhre

Das Blatt beschreibt den Fall einer Frau aus Kalifornien, auf deren Kreditkartenabrechnung sich mehr als 100.000 Dollar Casino-Schulden angehäuft hatten. Per Gerichtsurteil wurde sie jedoch schuldenfrei gesprochen. Sie kam mit dem simplen Argument davon, dass Spielschulden nicht einklagbar sind.

Nicht nur in diesem Fall hatten die Kreditkartenunternehmen das Nachsehen. Viele Kunden streiten es zudem einfach ab, jemals im Internet gespielt zu haben – und kommen damit nicht selten auch durch.

Mastercard, Visa und Co. haben jetzt offenbar genug. Zunehmend weigern sich die Kreditkartenunternehmen, Zahlungen zu garantieren - laut "New York Times" beklagen einige der Internet-Casinos inzwischen schon Umsatzeinbußen von bis zu 30 Prozent.

Kein Bedarf an illegalen Geschäften

Einige Kreditkartenunternehmen machen gleich gar nicht mit. Schon seit Jahren gucken American-Express-Kartenbesitzer beim Online-Zocken in die Röhre. Die sonst begehrte Karte kann nicht benutzt werden. "Wir machen keine Geschäfte mit illegalen oder hochriskanten Unternehmen", wird eine American-Express-Sprecherin in der "New York Times" zitiert. "Wir müssen ja schließlich auch sicher sein, dass wir bezahlt werden."

Die Online-Casinos trifft die Karten-Krise schwer. Denn der Spieleinsatz per Kreditkarte ist bequem und verleitet zu hohen Einsätzen. Wer den Spielkick hingegen per Scheck oder von einem vorher eigens dafür bestückten Konto bezahlt, schaut genauer hin. "Es ist einfach frustrierend", zitiert die "New York Times" den Betreiber eines Internet-Casinos.

Aufatmen dürften die etablierten Casinos. Gerade erst hatten sie mit Schrecken erkannt, welche Konkurrenz sich im Netz breit macht. Vor allem eines dürften sie den Online-Spielbanken auch weiterhin voraushaben: das Vertrauen, das alle Seiten in ein solides Casino haben können.

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