Kirch-Gruppe Schlaflos in München

Die Dresdner Bank hat angeblich den Kredit für den Medienkonzern noch einmal verlängert.

München - Die hoch verschuldete Kirch-Gruppe ist beim Verkauf ihrer Beteiligung an dem spanischen Fernsehsender Telecinco noch nicht entscheidend voran gekommen. Es gebe nach wie vor Verhandlungen mit verschiedenen Gesprächspartnern, sagte ein Sprecher der Kirch-Gruppe am Dienstag in München. Bereits im Dezember hatte der Konzern angekündigt, dass die Beteiligung zur Disposition stehe.

Durch den Verkauf könnte sich der Medienkonzern kurzfristig Luft verschaffen und seine Schuldenlast verringern. Früheren Medienberichten zufolge könnte der 25-prozentige Anteil an dem Fernsehsender für rund 500 Millionen Euro verkauft werden.

Dies könnte vor allem dabei helfen, wenn es um einen Kredit der Dresdner Bank über angeblich rund 460 Millionen Euro geht. Das Geldinstitut verlängerte laut "Handelsblatt" im Dezember den Kredit noch einmal bis zu diesem Dienstag. Nun meldet die Agentur vwd, dass die Dresdner Bank den Kredit für die Kirch-Gruppe noch einmal verlängert hat. Bis April hält sie danach die Kreditlinie aufrecht. Dies teilte Kirch-Sprecher Hartmut Schultz am Dienstag mit, ohne Angaben über die Höhe des Kredits zu machen.

Bereits zuvor spekulierte die Branche die Dresdner Bank könne möglicherweise weiter still halten, da der Kredit mit der Telecinco-Beteiligung gesichert sei.

Im Dezember war wegen der Verschuldung der Kirch-Gruppe sogar über eine feindliche Übernahme des Konzerns durch den Medienmogul Rupert Murdoch spekuliert worden. Einen drohenden Finanzengpass hatte die Gruppe aber laut Branchenkreisen mit Bankenhilfe in letzter Minute abgewendet.