Netznepp Investoren aufs Kreuz gelegt

Ein Teenager versprach Investoren im Web Traumrenditen. Jetzt flog der Schwindel auf.

Washington - Die Internet-Blase mag mit einem großen Knall zerplatzt sein. Aber den Traum vom schnellen Reichtum in der New Economy ist für viele damit noch lange nicht beendet.

Nur so lässt sich erklären, warum Cole Bartiromo in weniger als zwei Monaten insgesamt rund eine Million Dollar von mehr als tausend Investoren überwiesen bekam, nur weil er ihnen eine Rendite von bis zu 2500 Prozent versprochen hatte. Das Geld, so erklärte er seinen Klienten, wollte er mit "risikofreien" Sportwetten verdienen. Auf seiner Website mit dem überzeugenden Namen "Invest Better 2001" pries er sein Wett-Team an, das aus Mitarbeitern bestehe, die einst in ihrem Fach besonders gut gewesen seien und nur wetteten, wenn sie sich ganz sicher seien.

Das Zutrauen der Investoren versetzt Alexander Vasilescu, der den Fall von Seiten der US-Wertpapieraufsichtsbehörde (SEC) untersucht, noch immer in Erstaunen. Gegenüber der "New York Times" erklärte er: "Man muss es klar sagen - die Leute, die sich an dem Wett-Fonds beteiligt haben, waren nicht sehr klug".

Geschickte Taktik

Der junge Kalifornier war dagegen erheblich vorsichtiger. Das Risiko einer verlorenen Wette wollte er gar nicht erst eingehen. Statt das Geld an seinen Buchmacher zu überweisen, füllte Bartiromo damit ein Bankkonto bei einem Casino in Costa Rica. Die Investoren ließ er gleichwohl nicht zu kurz kommen - zumindest die ersten. Diejenigen, die sich für ein kurzfristiges Engagement, etwa das Drei-Tage-Modell mit 125 Prozent Rendite, entschieden hatten, erhielten ihren Gewinn aus den laufend eingehenden Zahlungen.

Als schließlich der Termin für die Auszahlung des "Chrismas Miracle"-Pakets - Laufzeit sechs Wochen bei einer Rendite von rund 2500 Prozent - näher rückte, wurde es langsam eng für den Teenager. Doch er hatte Glück. Denn am 13. Dezember stoppte ein Gericht in Manhattan den "Invest Better 2001"-Fonds, ließ die Website stilllegen und verhinderte damit größeren Schaden. Die SEC hatte die Entscheidung beantragt - obwohl sich bis dahin noch niemand beschwert hatte.

Zum Glück auch hatte Bartiromo seine Beute recht sparsam verwaltet. So blieben immerhin 900.000 Dollar übrig, die er seinen Investoren zurückzahlen konnte. Wie viel Geld Bartiromo am Ende noch schuldig bleibt und ob er andere rechtliche Konsequenzen zu erwarten hat, wollten die Beteiligten allerdings nicht verraten.

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