Studie In der Zwickmühle

Internet-Nutzer wollen einerseits anonym surfen und andererseits eine bessere Überwachung.

Frankfurt/Main - Die deutschsprachigen Internet-Nutzer befinden sich seit den Anschlägen vom 11. September in einer Zwickmühle: Die meisten von ihnen halten die Anonymität im Internet zwar für sehr wichtig, andererseits sind sie auch für eine bessere Überwachung zur Verhinderung von Straftaten. Dies geht aus der 13. WWW-Benutzer-Analyse von Fittkau & Maaß hervor, bei der im Oktober und November fast 100.000 deutschsprachige Internet-Nutzer befragt wurden.

Bemerkenswert sei, so heißt es in der Studie, dass die Internet-Nutzer zwischen ihrer persönlichen Anonymität beim Surfen einerseits und einer verschärften Online-Überwachung andererseits entweder keinen direkten kausalen Zusammenhang erkennen oder diesen bewusst in Kauf nehmen. In der Gruppe der Nutzer, für die anonymes Surfen sehr wichtig ist, das waren fast 50 Prozent, sprach sich immerhin die Hälfte für eine verbesserte Überwachung aus.

Von den Nutzern, denen es hingegen gar nicht wichtig ist, im Internet unerkannt zu bleiben, sind gut 60 Prozent für mehr Online-Überwachung. Besonders jugendlichen Online-Anwendern ist es der Umfrage zufolge schlicht gleichgültig, ob sie einer Überwachung unterliegen oder nicht.

Junge Nutzer wollen nicht zahlen

Nach den Anschlägen war das Internet als Informationsmedium wieder besonders gefragt. Mehr als 80 Prozent der Befragten gaben an, dass das Abrufen aktueller Informationen für sie ein wichtiger Grund für das Nutzen des Internets sei. Dabei stieg auch wieder das Interesse an internationalen Nachrichten und politischen Meldungen.

Trotz der großen Nachfrage wünschen sich die Nutzer, dass die Informationen weiterhin kostenlos bleiben, denn die Zahlungsbereitschaft der deutschsprachigen Nutzer für Online-Inhalte und -Services ist weiterhin niedrig. Gut die Hälfte der befragten Nutzer lehnt eine Online-Bezahlung kategorisch ab. Besonders abgeneigt gegenüber dieser Idee äußern sich junge Nutzer im Alter unter 20 Jahren sowie Internet-Anfänger.

Virtueller Einkaufsbummel

Dagegen kann die E-Commerce-Branche aufatmen. Sowohl der Einsatz des Internets zur Recherche nach Produktinformationen als auch der Internet-Einkauf selbst werden wieder von mehr deutschsprachigen Nutzern genannt. Mehr als 57 Prozent der Befragten gaben an, im nächsten halben Jahr in jedem Fall online einkaufen zu wollen. Und immerhin rund ein Drittel der deutschsprachigen Internet-Nutzer will in diesem Jahr Weihnachtsgeschenke online einkaufen.