Consors "Interessantes Ziel"

Käufer gefunden? Die Société-Générale-Tochter Fimatex signalisiert Interesse.

Paris - Die Société-Générale-Tochter Fimatex hat Interesse an einer Übernahme des Online-Brokers Consors signalisiert. Mit Standbeinen in Deutschland und Frankreich sowie mit einer halben Million Kunden sei Consors "ein interessantes Ziel", sagte Fimatex-Chef Vincent Taupin der französischen Wirtschaftszeitung "La Tribune".

"Wir haben immer gesagt, dass Fimatex zur Konsolidierung des Discount-Broking beitragen wird", sagte Taupin. Er wolle eine Gesellschaft kaufen, die auf denselben Märkten wie Fimatex operiere und die über eine breite und vor allem aktive Kundschaft verfüge.

Die Schwierigkeiten des Consors-Mutterhauses, der Hofer SchmidtBank, könnten das Zusammengehen mit einem seiner Konkurrenten beschleunigen. Taupin bezeichnete Consors als deutlich interessanter als "nur die französischen Aktivitäten von Comdirect".

Consors selbst weiß nach eigenen Angaben nichts von einem Kaufinteresse des französischen Online-Brokers Fimatex. "Davon ist mir nichts bekannt", sagte eine Sprecherin der Consors Discount-Broker AG am Montag in Nürnberg.

Ein Anteil von 64,5 Prozent an Consors steht kurzfristig zum Verkauf, nachdem der bisherige Mehrheitsgesellschafter SchmidtBank nur durch eine Auffanggesellschaft fünf deutscher Banken gerettet werden konnte.

Der Kurs der Consors-Aktie  pendelte am Montagnachmittag mit 9,08 Euro um seinen Schlusskurs vom Freitag. Am Vormittag hatte die Aktie jedoch noch bis zu 15 Prozent nachgegeben. Händler führten die Erholung auf spekulative Käufe zurück. Die Probleme von Consors seien noch nicht gelöst. Analyst Klaus Baumann von SES Research sagte: "Fimatex hätte die ausreichende Finanzkraft, um den Deal zu machen, und Consors ist in einer schlechten Verhandlungsposition." Übernahmegespräche mit deutschen Banken waren an den hohen Forderungen der SchmidtBank gescheitert.

Seit einiger Zeit wird über die Zukunft von Consors und des Konkurrenten Comdirect spekuliert. Comdirect, eine Tochter der Commerzbank, hatte angekündigt, sie verhandele über den Verkauf ihrer Filialen in Frankreich und Italien.