Liberty Media Auf dem Prüfstand

Der Konzernchef droht: Sollte das Kartellamt ihm in die Quere kommen, will er in Deutschland nicht investieren. Auch das Interesse an Premiere World ist möglicherweise doch nicht so groß, wie bislang angenommen.

Frankfurt – Kompromisslos zeigt sich Liberty Media-Chef John Malone in Sachen Übernahme deutscher Kabelnetzbetreiber. Falls weitere Übernahmen von den Kartellbehörden untersagt werden sollten, werde er in Deutschland nicht tätig, drohte der Manager in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe). Dabei hat er gerade angekündigt, 10.000 Arbeitsplätze in Deutschland schaffen zu wollen.

Dorn im Auge der Kartellwächter: Liberty Media hat sechs Kabelnetze der Deutschen Telekom übernommen und ist zudem an dem größten europäischen Kabelbetreiber UPC beteiligt, das seinerseits wiederum in Deutschland tätig ist. Zudem plant Liberty weitere Kabelbetreiber in Deutschland aufzukaufen. Erst in dieser Woche kaufte das Unternehmen die Kabelsparte der Deutschen Bank, Tele Columbus.

Kein Einstieg bei Premiere World?

In Medienberichten heißt es weiter, Malone sei auch an einem Einstieg bei dem bislang defizitären Abo-Sender Premiere World interessiert. Leo Kirch und Malone sollen sich deshalb zu Gesprächen getroffen haben. Doch in dem Interview mit der Zeitung sagte der Vorstandsvorsitzende des US-Medienkonzerns, er würde eine vertragliche Vereinbarung über eine gemeinsame Vermarktung des Programms einer Kapitalbeteiligung vorziehen.

Pech für Leo Kirch - der braucht nämlich möglicherweise schon bald einen neuen Geldgeber für seinen Abo-Sender, da Gesellschafter Rupert Murdoch angeblich aussteigen will. Dieser hatte zumindest im Oktober öffentlich geäußert, er überdenke seine 22-Prozent-Beteiligung an Premiere World. Allein dieser Rückkauf würde Kirch rund drei Milliarden Mark kosten, spekulierte die "Financial Times Deutschland" daraufhin. Doch noch ist weder der eine noch der andere Deal unter Dach und Fach.