Liberty Media Bayern punktet beim Amerikaner

Der US-Kabelnetzbetreiber will 10.000 Arbeitsplätze in Deutschland schaffen.

Berlin/München - Der US-Konzern Liberty Media will mit seinem Einstieg in den deutschen Kabelmarkt mindestens 10.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Dabei soll die deutsche Firmenzentrale des Medienkonzerns in München angesiedelt werden, erklärten Liberty-Media-Chef John Malone und Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) am Freitag in Berlin.

Außerdem sollen drei weitere Regionalzentren an zunächst nicht genannten Orten entstehen. Liberty Media hatte Anfang September für 5,5 Milliarden Euro in bar, Aktien und Anleihen sechs Kabelnetzregionen der Deutschen Telekom gekauft.

Kartellamt entscheidet im Januar

Falls das Bundeskartellamt dem Geschäft zustimmt, würde Liberty mit dann zehn Millionen Kunden auf einen Schlag größter Kabelnetzbetreiber in der Bundesrepublik. Die Entscheidung soll Anfang Januar fallen. Im Fokus der Kartellwächter stehen dabei auch die Pläne des größten europäischen Kabelnetzbetreibers UPC sowie der Kauf der Kabelsparte der Deutschen Bank, Tele Columbus.

Malone erklärte, "die Dichte an Fernsehsendern und Internetfirmen" sowie die "zentrale Rolle Bayerns im europäischen IT-Geschäft" seien ausschlaggebend gewesen für die Standortwahl München. Wie viele der Arbeitsplätze in der bayerischen Landeshauptstadt entstehen, steht noch nicht fest: Nach Angaben von Gotobavaria, der Medien-Agentur des Freistaats, soll die genaue Struktur erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden. Liberty will das Kabelnetz für interaktive TV-Anwendungen, Telefonie und Hochgeschwindigkeitszugänge ins Internet erschließen.