Yahoo Kostenbremse gezogen

Prognosen bekräftigt, Personal entlassen - das Portal setzt auf Bezahl-Inhalte.

New York - Die Zeichen standen auf Sturm, als Yahoos CEO Terry Semel im Oktober die Zahlen für das dritte Quartal präsentierte. Deutlicher Verlust und ein sinkender Umsatz - nicht gerade die Vorboten für einen optimistischen Ausblick.

Vor wenigen Tagen kündigte der CEO nun Entlassungen und ein Restrukturierungsprogramm an. Auf der Analystenkonferenz am Donnerstag teilte nun Yahoo mit, dass die Gewinn- und Umsatzprognosen für das vierte Quartal 2001 beibehalten werden und ein Umsatzanstieg für 2002 in Aussicht gestellt wird. Der Umsatz dürfte zwischen 160 Millionen und 180 Millionen Dollar liegen. Der Gewinn je Aktie dürfte zwischen null und einem Cent je Aktie betragen. Analysten rechnen mit einem Cent je Aktie für das letzte Quartal.

Für das kommende Jahr erwartet Yahoo einen Umsatz zwischen 725 Millionen und 785 Millionen Dollar und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibung und Amortisierung (Ebitda) von 35 Millionen bis 75 Millionen Dollar. Analysten prognostizieren für das nächste Jahr einen Umsatz von 735,7 Millionen Dollar.

Der US-Internetanbieter teilte zudem mit, mehrere hundert Stellen streichen und seine Abhängigkeit von Werbeeinnahmen verringern zu wollen. Im Rahmen einer betrieblichen Umstellung würden etwa 400 Stellen abgebaut, in manchen Bereichen aber auch Mitarbeiter hinzugefügt, sagte Yahoo-Präsident Jeff Mallett am Donnerstag vor Analysten. Insgesamt werde die Zahl der Mitarbeiter um etwa 300 verringert.

Abhängigkeit von der Werbung

Darüber hinaus sollen die 44 Business-Units auf sechs Bereiche reduziert werden. Ziel ist es, die Abhängigkeit von Werbeschaltungen zu reduzieren. Zusätzlich sollen weitere Bezahl-Angebote eingeführt werden. Yahoo-Chef Terry Semel sagte, er erwarte bis 2004 einen Umsatzanteil der Werbung von etwa der Hälfte statt bisher gut drei Vierteln.

"Es ist nichts falsch an Werbeeinnahmen, davon abgesehen werden wir aber ziemlich breit gefächert sein", sagte Semel weiter. Unter der Führung von Semel arbeite Yahoo daran, die Abhängigkeit von Internetwerbung zu reduzieren. Die Ausgaben für Internetwerbung waren in der jüngsten Vergangenheit deutlich zurückgegangen. Zudem hoffe er, in angemessener Zeit rund zehn Millionen der bisher 210 Millionen Nutzer dazu zu bringen, für Dienste an Yahoo direkt zu bezahlen. Dies könnte durch Abonnements oder andere Transaktionen geschehen, sagte Semel.

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