Microsoft Top oder Flop?

Erst Brot, dann Spiele. Nach der Windows-XP-Premiere vor vier Wochen feiert die Gates-Company heute in New York den Verkaufsstart der "XBox". Kann sich die digitale Daddelkiste auf dem milliardenschweren Game-Markt gegen die Konkurrenten Sony und Nintendo durchsetzen?

New York/Hamburg - Microsoft hat den Verkaufsauftakt seiner lange angekündigten Spielekonsole "XBox" mit einer großen Veranstaltung in New York am Donnerstag gefeiert. Microsoft-Gründer Bill Gates persönlich überreichte dem ersten in einer langen Reihe wartender Fans eine XBox vor dem Spielegeschäft Toys R Us am Times Square.

"Die Zukunft des Spielens beginnt heute, und sie beginnt mit der XBox", tönte Gates vollmundig. Die XBox sei das Schlüsselelement in Microsofts Unternehmensstrategie, die Revolution der digitalen Unterhaltung in die Haushalte zu tragen.

Microsoft hat das ehrgeizige Ziel, noch in diesem Jahr eine bis anderthalb Millionen Konsolen zu verkaufen. Die amerikanische Marktforschungsfirma Dataquest erwartet, dass der weltweite Verkauf von Video-Spielekonsolen im kommenden Jahr 49 Millionen Stück erreichen wird nach 29 Millionen Einheiten in 2001. Während die PC-Industrie - die Domäne des weltgrößten Softwareherstellers - weiter starke Umsatzeinbußen beklagt, erwarten Branchenexperten für den Verkauf von Video- und PC-Spielen ein Wachstum von rund 20 Prozent in den nächsten Jahren.

Microsoft betritt mit der Xbox neues Terrain, das bislang von Marktführer Sony und seiner "Playstation 2" beherrscht wird. Innerhalb eines Jahres hat der japanische Elektronikkonzern weltweit mehr als 20 Millionen Stück der Playstation 2 verkauft. Für den kommenden Sonntag hat auch das japanische Unternehmen Nintendo die Markteinführung seines Spielewürfels "GameCube" angekündigt.

Branchenexperten spekulieren derzeit, ob Microsoft der Eintritt in den weltweit 20 Milliarden schweren Konsolenmarkt glücken wird. Immerhin hat der Softwarehersteller ein Marketing-Budget von 500 Millionen US-Dollar vorgesehen. Übereinstimmung herrsche unter Branchenkennern in der Einschätzung, dass Sony vorerst weiter unangefochten den Markt anführen wird, sagte James Lin, Analyst bei der Investment-Bank Jefferies & Co. "Die Schlacht geht um dem zweiten Platz."

Die XBox ist ab sofort für 299 Dollar in den amerikanischen Computer- und Spielzeuggeschäften zu haben. Für den 14 März kommenden Jahres ist die Markteinführung in Deutschland und Europa geplant. Hier zu Lande soll die Konsole mit 479 Euro vorerst deutlich teurer sein als in den USA.

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