UPC Schulden übersteigen Unternehmenswert

Der größte europäische Kabelnetzbetreiber steckt in massiven Finanzproblemen.

Hamburg - Der größte europäische Kabelnetzbetreiber steckt in der Misere. In dieser Woche veröffentlichte das Unternehmen seine Geschäftszahlen, und das Ergebnis ist bitter. UPC steht vor der Überschuldung. Mit anderen Worten - das Unternehmen hat mehr Schulden, als es wert ist.

Am Mittwoch wurde die Aktie kurze Zeit aus dem Handel genommen. Doch der Sturz der Aktie war kaum aufzuhalten. Am Mittwoch verlor das Unternehmen an der Amsterdamer Börse 14 Prozent auf 0,50 Euro. Die Amsterdamer Börse verhängte auch ein so genanntes Penalty Listing für das Unternehmen, dass die Aktionäre noch einmal warnt, dass das Unternehmen in finanziellen Problemen steckt. Sollte UPC nicht zu einem positiven Wert zurückfinden, könnte die Aktie binnen drei Monaten aus dem AEX-Index entfernt werden.

Strategie wird überarbeitet

Am Dienstag kündigte UPC, an dem auch der US-Kabelnetzbetreiber Liberty Media beteiligt ist, Einsparprogramme, Bilanzmaßnahmen und eine Überarbeitung seiner Strategie an, um mit seinen Finanzproblemen fertig zu werden.

Die Nettoverschuldung von UPC beträgt 8,2 Milliarden Euro. Im dritten Quartal steig der Fehlbetrag um 11 Prozent auf 711,4 Millionen Euro bei einem Umsatz von 342 Millionen Euro. Ende September verfügte das Unternehmen nur noch über liquide Mittel in Höhe von 894 Millionen Euro. Ende 2000 waren es 1,6 Milliarden Euro.

Liberty Media mit hohem Verlust

Der hohe Verlust den das US-Unternehmen Liberty Media auswies, bereitete den Aktionären weniger Kopfzerbrechen. Der Kabelnetzbetreiber wies zwar einen Verlust von 8 Cents pro Aktie aus, doch der (kostenintensive) internationale Expansionskurs wohlwollend aufgenommen. Experten glauben, dass Liberty Media seinen Anteil an UPC weiter erhöhen wird, sodass das US-Unternehmen alsbald die Kontrolle über UPS sowie über die US-Mutter Globalcom (UGC) übernehmen wird. Entscheidend dafür ist jedoch die Rolle des Bundeskartellamt, was derzeit schon die Fusion der beiden UPC-Beteiligungen Primacom und EWT/TSS überprüft.

Dennoch Liberty Media geht seinen Weg in Deutschland bislang ungehindert weiter. Erst vor wenigen Tagen hat es die Kabelsparte der Deutschen Bank, Tele Columbus, übernommen. Gleichzeitig steig DB Venture bei der deutschen Depandance von Liberty Media mit ein.

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