Hewlett-Packard Bilanzkosmetik?

Gewinneinbruch, kein Ende der Krise - nur die Druckersparte kommt glimpflich davon.

Palo Alto - Der zweitgrößte amerikanische Computerkonzern Hewlett-Packard Company (HP) hat im Geschäftsjahr 2000/2001 und im Schlussquartal auf Grund des schwachen Computermarktes einen scharfen Gewinn- und Umsatzrückgang verbucht.

Der Jahresgewinn sackte gegenüber dem Vorjahr um rund 90 Prozent auf 408 Millionen Dollar ab, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Hewlett-Packard hatte im vorangegangenen Geschäftsjahr noch 3,7 Milliarden Dollar verdient. Der Umsatz fiel um sieben Prozent auf 45,2 Milliarden Dollar.

Auch in Deutschland verspürte der Konzern die Schwäche am IT- Markt. Der Umsatz sank nach den hohen Steigerungsraten der vergangenen Jahre nun um acht Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Das Geschäftsjahr für die Hewlett-Packard GmbH (Böblingen) sei geprägt von rückläufigen IT-Investitionen, einem aggressiven Preiskampf und Verdrängungs-Wettbewerb im Hardwaremarkt gewesen, hieß es. In Deutschland wurden 200 Stellen abgebaut, dennoch lag die Mitarbeiterzahl mit rund 5900 um 200 über dem Vorjahr.

Der Quartalsgewinn brach um 89 Prozent auf nur noch 97 Millionen Dollar ein. Der Umsatz für das Schlussquartal fiel um 18 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar. Konzernchefin Carly Fiorina verwies auf das harte Umfeld. Das Unternehmen habe seinen Umsatz im Schlussquartal gegenüber den vorangegangenen drei Monaten gesteigert und die Kosten reduziert. Der Pro-forma-Gewinn erreichte im Schlussquartal unter Ausklammerung von Umstrukturierungskosten in Höhe von 282 Millionen Dollar und anderen Sonderfaktoren 19 Cent je Aktie

Das bereinigte Ergebnis pro Aktie vor Sonderposten betrage jedoch vier Cent, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Von First Call befragte Analysten waren von acht Cent ausgegangen. Im Vorjahreszeitraum hatte HP noch ein Ergebnis von 45 Cent pro Aktie erzielt.

Durch die geplante Fusion mit dem Computerhersteller Compaq seien aber kurzfristig "spürbare" Gewinnsteigerungen zu erwarten, teilte HP mit. Ansonsten verlasse sich das Unternehmen für das kommende Jahr aber nicht auf eine konjunkturelle Erholung.

Anfang der Woche hatte Walter Hewlett, Sohn des Firmengründers Bill Hewlett, die Firma MacKenzie Partners damit beauftragt, vor der HP-Hauptversammlung Aktionäre gegen die geplante Fusion von HP und Compaq zu mobilisieren. Wie auch sein Jugendfreund David Packard hält Hewlett die Übernahme für riskant, weil Compaq weiterhin hohe Verluste schreiben dürfte und die Gewinnmargen im PC-Geschäft wegen des andauernden Preiskrieges niedrig ausfallen.

Zwei Tage später kündigte HP an, die Firma Innisfree mit einer Kampagne für die Fusion zu beauftragen. Damit dürfte der Startschuss für eine "Schlacht um die Herzen" der HP-Aktionäre gefallen sein.

Zugleich verschob HP eine für Anfang Dezember geplante Analystenkonferenz. Das Unternehmen müsse die Präsentation, mit der sie die weitgehend skeptischen Banken-Experten vom Sinn der Compaq-Übernahme überzeugen wolle, noch genauer ausarbeiten, hieß es zur Begründung.

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