SAP versus Oracle Wiederholungstäter

Nicht nur Oracle schlingert, auch Larry Ellison geht baden. Seine Regattayacht verlor zum zweiten Mal den Kiel, Erzrivale Hasso Plattner kann frohlocken.

Hamburg - Die Segelduelle Plattner versus Ellison genießen einen legendären Ruf. Jetzt musste der Oracle-Chef erneut eine schwere Schlappe hinnehmen: Fast ein Jahr, nachdem das amerikanische Herausforderersyndikat "Oracle Racing" beim Training im Hauraki Golf vor Auckland ihre gekenterte Yacht verlassen musste, fand sich die Crew in der gleichen Situation, nachdem dasselbe Schiff zum zweiten Mal den Kiel abwarf.

Drei Schiffe der Coast Guard wurden zur Hilfe ausgeschickt, aber von der Crew war niemand verletzt. Es wurde versucht, Wasser aus dem Rumpf zu pumpen, um das Schiff in den Hafen schleppen zu können.

Das Team, das vom Software-Milliardär Larry Ellison finanziert wird, verlor den Kiel schon einmal im vergangenen Winter. Der 21-Tonnen-Kiel wurde im Januar dieses Jahres von Tauchern aus 30 Metern Tiefe gehoben. Sie benötigten dazu sechs Tage und drei Anläufe.

Für Oracle ist die Havarie ein schwerer Rückschlag. Denn Hassso Plattner, der den Titelverteidiger Neuseeland sponsort, gewinnt damit zumindest moralisch an Boden. Der nächste America´s Cup wird im übernächsten Jahr ausgetragen.

Das vermeintlich rein sportliche Hauen und Stechen hat handfeste wirtschaftliche Hintergründe. SAP ist das derzeit weltweit drittgrößte Software-Unternehmen (Umsatz 2000: 6,27 Milliarden Euro). Sein Erfolg lässt sich an der Zahl der Kunden messen: mehr als 13.000 Firmen in über 100 Ländern, darunter mehr als die Hälfte der weltweiten Top-500-Unternehmen.

In den vergangenen Jahren hat sich die Konkurrenzsituation beider Firmen verstärkt, da Oracle, bis dahin dominant bei Datenbank-Lösungen, sein Geschäftsfeld auf den Bereich der Computer-Anwendungen, eine Domäne von SAP, ausgedehnt hat.

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