ING Bankriese goes Internet

Der Finanzkonzern übernimmt die Mehrheit bei der Direktbank DiBa.

Frankfurt/Main - Der niederländische Bankenriese ING übernimmt die Mehrheit bei der Allgemeinen Deutschen Direktbank (DiBa). Die ING-Gruppe erwirbt Anfang 2002 weitere 21 Prozent der DiBa-Anteile von der Beteiligungsgesellschaft der Gewerkschaften AG (BDAG). Vor drei Jahren hatte die ING-Gruppe bereits 49 Prozent der Anteile übernommen.

Die gewerkschaftseigene BDAG will künftig nur noch 30 Prozent der Anteile halten. Mit der zu ING gehörenden BHF-Bank und der BHW-Gruppe in Hameln will die BDAG nach Angaben vom Montag ein Joint Venture zum Verkauf von Finanzprodukten für die private und betriebliche Altersvorsorge gründen.

Vorerst soll der Name der DiBa nicht geändert werden, auszuschließen ist es jedoch nicht. ING-Vorstandschef Ewald Kist: "Im Lauf der Zeit werden wir den Übergang zur internationalen Marke ING Direct auch in Deutschland erwägen." Die Direktbank-Sparte von ING ist bereits in mehreren europäischen Ländern sowie in den USA, Kanada und Australien aktiv und verfügt über 1,5 Millionen Kunden. Die DiBa mit Sitz in Frankfurt hat allein in Deutschland rund 600.000 Kunden.

Trotz des schwierigen Marktes für Direktbanken soll die DiBa nach eigenen Angaben in diesem Jahr bereits 150.000 neue Konten eröffnet haben, sagte DiBa-Vorstandschef Bernhard Hafner.