KPNQwest Besser als erwartet

Der Internetspezialist überrascht Analysten mit einem hohen Ebitda für das dritte Quartal.

Amsterdam - KPNQwest, das Gemeinschaftsunternehmen des niederländischen Telekomkonzerns KPN und des US-Unternehmens Qwest International, hat im dritten Quartal das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gesteigert. Wie der Spezialist für Datenkommunikation und Internetdienste KPNQwest am Montag in Amsterdam mitteilte, stieg das Ebitda auf plus 2,7 Millionen Euro nach einem Verlust von 31,2 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Marktbeobachter hatten für das dritte Quartal zwar das Erreichen der Gewinnzone erwartet. Mehrere Experten rechneten jedoch mit einem negativen Ebitda von rund acht Millionen Euro. Gleichzeitig wurde der Quartalsumsatz auf 199,8 bis 206,6 Millionen Euro geschätzt.

Nach Angaben von KPNQwest betrug der Nettoverlust im dritten Quartal 60,5 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor lag das Minus bei 23,9 Millionen Euro. Der Umsatz habe sich unterdessen auf 197,6 Millionen Euro nach 132,7 Millionen Euro erhöht, hieß es.

Für das Gesamtjahr schraubte das Unternehmen jedoch die Jahresumsatz-Prognose von 780 auf 800 Millionen Euro herauf. KPNQwest erwartet dennoch ein positives Ebitda.

KPNQwest auf Expansionskurs

Erst vor wenigen Tagen gab KPNQwest bekannt, dass es seinen britischen Konkurrenten Global Telesystems (GTS) für 645 Millionen Euro übernommen habe. Die Akquisition soll im März 2002 abgerundet sein. Gleichzeitig meldete KPN Telecom, dass es zehn Prozent seiner 44-prozentigen Beteiligung an KPNQwest an den US-Partner abgeben wird.

Niederländische Mutter muss sparen

Unterdessen wurde bekannt, dass KPN mit British Telecom Gespräche über die Zusammenarbeit beim Aufbau eines UMTS-Netzes in den Niederlanden führt. Es gebe allerdings auch Gespräche mit anderen möglichen Partnern, betonte ein KPN-Sprecher am Montag.

Die erwarteten Einsparungen seien "bedeutend", eine Größenordnung nannte der KPN-Sprecher jedoch nicht. Die britische Zeitung "Sunday Business" hatte geschrieben, dass die Unternehmen durch die Kooperation rund eine Milliarde britische Pfund einsparen wollen.