Werbung Preisverfall

Die Flaute am Werbehimmel macht den Radio-Vermarktern zu schaffen. Der Wettbewerb wird härter.

Hamburg - Der Einbruch auf dem Werbemarkt verschärft den Wettbewerb unter den Vermarktern von Werbung. "Um im Wettbewerb zu bestehen, sind ein angemessenes Preisleistungsverhältnis und neue konzeptionelle Angebote gefragt", sagte Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der Radio Marketing Service GmbH & Co (RMS). Das Unternehmen hat seine Preise für Radio-Spots für das Jahr 2002 um durchschnittlich zwei Prozent reduziert und speziellere Angebote entwickelt.

Im Vergleich zu 2000, als Internetfirmen, die Telekom-Branche und Finanzdienstleister mit ihren hohen Werbeausgaben den Markt boomen ließen, wurden die Etats in diesem Jahr deutlich zurückgefahren. "Die Stimmung im Werbemarkt ist angesichts der bundesweiten Konjunkturflaute von Unsicherheit geprägt", sagt der Chef des führenden Werbezeitenvermarkters für den privaten Hörfunk.

Kurzfristige Buchungen

Normalerweise seien bis zum Herbst alle Kampagnen der Werbetreibenden durchgeplant und bringe das vierte Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft einen Umsatzschub. "Derzeit verzeichnen wir im Hörfunk extrem kurzfristige Buchungen", erklärte der RMS-Chef.

Daher wollte er sich auf keine Umsatzprognose für das Unternehmen festlegen: "Wir hoffen, 2001 den prozentualen Rückgang einstellig begrenzen zu können." Die RMS erzielte 2000 einen Verbundumsatz von 1,23 Milliarden Mark brutto. Die rückläufige Entwicklung auf dem gesamten Werbemarkt wird nach Einschätzung von Kuckuck voraussichtlich bis Mitte 2002 anhalten.

Österreich auf Wachstumskurs

Die RMS vermarktet rund 140 Radiosender in Deutschland, 23 in Österreich und seit März dieses Jahres mehr als 100 in Polen. "Mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent seit dem Start dort wurden unsere Erwartungen mehr als übertroffen", sagte der RMS-Chef zum Eintritt in den Wachstumsmarkt. Auch in Österreich sei nichts von einer Werbeflaute zu spüren, was sich für die RMS laut Kuckuck in diesem Jahr bisher mit einem zweistelligen Umsatzzuwachs auszahlt.

In Deutschland halten die RMS und ihre Sendepartner auf dem Radio-Werbemarkt einen Marktanteil von 60,5 Prozent. Zu seiner Absicherung setzt die RMS laut Kuckuck auf Werbeangebote, "die auf den einzelnen Kunden - vom Telekom-Anbieter bis zum Lebensmittelkonzern - zugeschnitten sind". So könne sich der Kunde mit der Buchung eines "Single Spot", der außerhalb eines Werbeblocks geschaltet werde, von der Konkurrenz abheben, erläuterte der Manager.