Kein Spaß Chatverbot für Osama

Osama? Pfui Teufel! Wer mit anstößigen Alias-Namen chattet, muss mit Rauswurf rechnen.

Das bekam nun ein Teilnehmer an einem Chat zu spüren: Wegen seines "Nicknames" sah er sich aus dem Chat befördert. Der Grund: Er nannte sich Osama Bin Laden.

Der Chemnitzer Umschüler hatte sich unter dem Namen des Terroristenführers für einen Chat bei T-Online angemeldet. Nach der Beschwerde eines amerikanischen Chatters entwickelten die Verantwortlichen detektivische Qualitäten. Man habe die Spur des Täters bis in ein Bildungsinstitut im Regierungsbezirk Chemnitz zurückverfolgt, sagte T-Online-Pressesprecher Michael Schlechtriem. Er bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Freien Presse" Chemnitz.

Dem Blatt zufolge hatte sich der junge Mann mit radikalen Parolen geäußert. Zwei weitere Chatter aus Chemnitz und dem Erzgebirge hätten sich im gleichen Chatroom bei T-Online aufgehalten und dort als "Jesus" und "Satan" agiert. Nach Angaben von Schlechtriem haben die Internetnutzer eindeutig gegen die zusätzlichen Geschäftsbedingungen des Unternehmens verstoßen, die sich auf die Chats beziehen. "Ein Missbrauch ist eindeutig untersagt", betonte Schlechtriem.

"Fürchterliche Selbstdarstellung unbedarfter Wichtigtuer"

So dürfe in den Chats beispielweise nicht zum Rassenhass oder zu Gewalttätigkeit aufgerufen werden. Auch bei der Wahl ihres Nicknames, der Namen, unter dem die Nutzer in Chatrooms angemeldet sind, gelten entsprechende Regeln.

Nicht gegen diese Regeln verstößt dagegen derjenige, der sich einen Namen gibt, der jede Zitierung in einem für Menschen unter 18 Jahren zugänglichen Medium nachhaltig verhindert: Es ist Teil der Chatter-Kultur, sich auch einmal provozierende, sehr eindeutige oder anstößige Nicknames zu geben. Im Normalfall interessiert das weder T-Online, noch AOL, Heimat unzähliger Schmuddel-Chats.

Doch derzeit ist offenbar Schluss mit lustig. T-Online wandte sich umgehend an den Bildungsträger, bei dem der erwischte Chatter seine Umschulung absolviert: Das Bildungsinstitut, sagte T-Online-Sprecher Schlechtriem, sei auf den Verstoß hingewiesen worden.

Zunächst werde in solchen Fällen eine Verwarnung ausgesprochen, als schwerste Strafe könne sein Unternehmen aber auch den Internet-Account der Betroffenen abschalten. Nach Angaben der "Freien Presse" hat die Geschäftsführung des Bildungsinstituts den Missbrauch bestätigt und ihn als "fürchterliche Selbstdarstellung unbedarfter Wichtigtuer" bezeichnet. Wieso in diesem Zitat ein Plural glänzt, war der "Freien Presse" nicht zu entnehmen.