Ftmarketwatch.de Die Mutter wendet sich ab

Plötzliches Aus für den deutschen Internet-Börsendienst - die Website ist bereits abgeschaltet.

Berlin - Der deutsche Börseninfo-Dienst Ftmarketwatch.de, ursprünglich ein Joint Venture des Verlagshauses Pearson mit Marketwatch.com, ist eingestellt. Die Website ist bereits nicht mehr zu erreichen. Wer die Adresse eingibt, landet automatisch auf der Website der britischen Mutterseite. Aber auch bei Ftmarketwatch.com stehen die Zeichen auf Sturm. Alles deutet darauf hin, dass der britische Dienst demnächst komplett im Online-Angebot der "Financial Times" aufgehen wird.

Hintergrund ist die Gewinnwarnung, die Pearson am Mittwoch aussprach. Grund: Sinkende Umsätze, die ganz wesentlich auf die Schwäche des Werbemarktes - die durch die Terroranschläge in den USA noch verstärkt wurde - und in geringerem Maße auf die Rezession in der Elektronikbranche zurückzuführen sind.

Grund genug für das Pearson-Management, die deutsche Website aus Kostengründen sofort einzustellen. Eingespart hat der Konzern damit sechs Arbeitsplätze - unter anderem vier Redakteursstellen. Das plötzliche Aus für die deutsche Website kam für die Mitarbeiter jedenfalls überraschend, auch wenn bereits Gerüchte über die Schließung oder Einsparungen im Umlauf waren.

Mit großen Veränderungen ist darüber hinaus auch bei FT.com und Ftmarketwatch.com zu rechnen. Erwartet wird, dass Ftmarketwatch.com, das inzwischen vollständig in Pearsons Händen ist, in die FT.com-Rubrik "Markets" aufgehen wird. Weitere Entlassungen sind nicht ausgeschlossen. Im April hatte der Pearson-Verlag bereits zehn Prozent der Stellen für die Online-Dienste der "Financial Times" ("FT") abgebaut. Damals mit der Begründung, bis Ende 2002 in die Gewinnzone kommen zu wollen. Zu den Angeboten gehören unter anderem FT.com, FTmarketwatch.com und Economist.com.

Alexandra Knape