Bertelsmann Visionärer Blick in die Zukunft

Ungetrübter Optimismus - für Thomas Middelhoff bleibt das Internet der Zukunftsschlüssel.

Berlin - Das Internet bleibt nach Einschätzung von Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff ungeachtet der aktuellen Probleme der Internet-Wirtschaft der Schlüssel zur Zukunft in der Medienbranche.

Middelhoff sagte am Mittwoch auf dem Deutschen Logistik-Kongress in Berlin laut Redetext: "Wir befinden uns erst am Anfang der Entwicklung. Das Internet wird eine zunehmend wichtigere Rolle spielen." Unabhängig von der jeweiligen Stimmung an der Börse sei das Internet schon heute ein "unverzichtbarer Bestandteil" des Mediengeschäfts.

"50 Prozent unseres Unternehmenswertes setzen sich heute aus quasi-digitalen Geschäften zusammen", sagte Middelhoff mit Blick auf sein eigenes Unternehmen. Bertelsmann reagiere auf die neuen Tendenzen in der Branche mit einem Ausbau seiner Kernkompetenzen bei der Entwicklung innovativer Formate, der Anbindung kreativer Talente an das Unternehmen und der Herstellung exklusiver Inhalte.

Tageszeitung verschwindet

Middelhoff sagte voraus, dass bis 2010 informationstechnische Geräte generell so einfach zu bedienen sein werden wie heute das Standardtelefon. Die Nutzung der traditionellen Printmedien werde nicht stark zurückgehen.

Allerdings rechneten Experten damit, dass die Tageszeitung im heutigen Sinne zwischen 2010 und 2014 durch eine elektronisch versandte Version ersetzt werde. Am Kiosk werde man mehrmals täglich aktualisierte Tageszeitungen kaufen können, die erst beim Verkauf ausgedruckt würden. Fachzeitungen dürften nach 2014 vollständig durch elektronische Online-Dienste ersetzt sein.

Internet verändert die Wirtschaft

Aus den aktuellen Problemen der Internet-Wirtschaft folgere er, dass auch in der so genannten "Neuen Ökonomie" die alten betriebswirtschaftlichen Grundregeln nicht außer Kraft gesetzt seien, sagte Middelhoff laut Redetext weiter. Die Veränderungen, die das Internet allerdings jetzt schon in der Wirtschaft ausgelöst habe, seien nicht mehr wegzudiskutieren.

Im Mittelpunkt der Entwicklung werde nach seiner Auffassung im Medienbereich die Digitalisierung und Personalisierung des Medienangebots stehen, sagte Middelhoff. Allerdings sei heute noch nicht genau absehbar, über welche Endgeräte und mit welchen Technologien der Verbraucher versorgt werde.