Reuters Drastischer Sparkurs

Schlechte Zeiten - die Nachrichtenagentur baut noch mal 500 Stellen ab.

London - Die Finanznachrichtengruppe Reuters hat am Dienstagmittag einen nur marginal gestiegenen Umsatz im dritten Quartal 2001 ausgewiesen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal seien die Einnahmen mit 920 Millionen Pfund nur vier Prozent höher - Analysten hatten im Durchschnitt einen Zuwachs von 4,7 Prozent vorausgesagt.

Neben einer Umsatzwarnung für das gesamte zweite Halbjahr dieses Jahres kündigte der Vorstand den Abbau von zusätzlichen 500 Stellen weltweit an. Bereits im Juli war bekannt gegeben worden, dass die Nachrichtenagentur 1100 Jobs streicht.

Schwierige Geschäftsbedingungen

Durch den Personalabbau will das Unternehmen allein im nächsten Jahr 170 Millionen Pfund einsparen, im Jahr darauf sollen es 220 Millionen Pfund sein. Reuters-Chef Tom Glocer wertete die Ergebnisse vor dem Hintergrund der "schwierigen Geschäftsbedingungen" dennoch als Erfolg: "Wir treffen die schweren Entscheidungen, die nötig sind, um unsere operativen Gewinnmargen schnell zu erhöhen und um uns auf höheres Wachstum vorzubereiten, wenn sich die Märkte wieder erholen."

Reuters hat sich für die kommenden fünf Jahre hohe Ziele gesteckt: Die Gewinnmarge soll wieder zweistellig werden, und die Gewinnrate im operativen Bereich soll zwischen 17 und 20 Prozent liegen, hieß es. Angesichts der zurückgegangenen Ergebnisse plant das Unternehmen, die Dividende von derzeit 16 Pence auf 10 Pence je Aktie zu kürzen.

Die wirtschaftlichen Folgen der Terrorserie in den USA am 11. September bezifferte Reuters (inklusive Instinet) auf insgesamt 16 Millionen Pfund wegen entgegangener Umsätze. Sechs Reuters-Mitarbeiter kamen bei den Anschlägen ums Leben.