Microsoft Unter der Lupe der Wettbewerbswächter

Mario Monti hat das Softwareunternehmen im Visier. Zentrale Frage: Hat der Konzern mit Windows XP Missbrauch getrieben?

Hamburg - EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti will den Softwarekonzern Microsoft  auf einen wettbewerbswidrigen Missbrauch seiner Marktdominanz prüfen. Nach Angaben aus informierten Kreisen hat Montis Behörde zahlreiche Fragen zum neuen Windows XP an das Unternehmen gerichtet.

Brüssel habe Bedenken, dass Microsoft die neue Windows-Version, die ab dem 25. Oktober erhältlich sein soll, missbräuchlich mit zahlreicher Zusatzsoftware bündele, um sein Monopol bei Betriebssystemen auf andere Märkte auszuweiten. Bei Betriebssystemen, die zur Grundausstattung jedes Personalcomputers gehören, liegt Microsofts Marktanteil jenseits der 90 Prozent.

Das neue Windows XP wird mit Zusatzprogrammen zum Abspielen von Musik und Videos (Media Player) sowie für Kurznachrichten (Windows Messenger) und Telefonie ausgeliefert.

Bereits Ende August hatte Monti die laufende Prüfung zur XP-Vorläuferversion Windows 2000 und älteren Betriebssystemen ausgeweitet, um auch den Media Player genauer zu prüfen. Monti befürchtet auch hier, dass Microsoft sein Windows-Betriebssystem mit dem Media Player bündelt, um den US-Konkurrenten Real Networks als Marktführer auf diesem Gebiet zu verdrängen.