Axel Springer Verlag Klaus-Dieter Kimmel geschasst

Der stellvertretende "Bild"-Chefredakteur wird von seiner Stasi-Vergangenheit belastet.

Hamburg - Der Axel Springer Verlag und der stellvertretende Chefredakteur der "Bild"-Zeitung, Klaus-Dieter Kimmel, haben sich mit sofortiger Wirkung getrennt. Wie der Verlag am Sonntag in Hamburg mitteilte, gab ein Gutachten über die Tätigkeit Kimmels als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des ehemaligen DDR-Staatssicherheitsdienstes den Ausschlag.

Der Gutachter Hubertus Knabe hatte demnach "keine eindeutige Empfehlung zur Bewertung des Falls" abgegeben. Da der Sachverhalt "auf absehbare Zeit nicht aufklärbar und eine abschließende Beurteilung nicht möglich" sei, habe man sich auf die sofortige Beendigung des Angestelltenverhältnisses geeinigt. Kimmel verantwortete die "Bild"-Regionalausgaben für die neuen Bundesländer.

Kimmel war zunächst von 1991 bis 1999 für "Bild" tätig, er begann dort als Leiter der Sportredaktion für die neuen Bundesländer. 1999 wurde ihm vorgeworfen, als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR mehrfach Geldbeträge angenommen zu haben. Kimmel verließ die "Bild"-Zeitung auf eigenen Wunsch, um die gegen ihn erhobenen Vorwürfe klären zu lassen. Im März dieses Jahres wurde er von "Bild" wieder eingestellt.

Der Springer-Verlag hatte damals mitgeteilt, eingehende Untersuchungen der Vorwürfe hätten ergeben, dass Kimmel durch Art, Umfang und Umstände seiner Tätigkeit entlastet werde: "Der Verlag freut sich, Klaus-Dieter Kimmel jetzt als Mitarbeiter in der "Bild"-Redaktion zurückgewonnen zu haben, dessen Kompetenz und Erfahrung von hohem Nutzen sein werden", hieß es in einer Mitteilung vom März.

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