AOL Deutschland Tendenz positiv

Marketing-Chef Jürgen Rösger rechnet erst für 2002 wieder mit einem starken Werbewachstum.

Hamburg - "Ich rechne für 2002 mit einem ersten Wachstumssprung und 2003 mit einer weiteren Entwicklung nach oben", sagte Jürgen Rösger, Executive Vice President Interactive Marketing bei AOL Deutschland. Rösger hält damit Schätzungen von Forrester Research für realistisch, nach denen für 2002 im deutschen Online-Werbemarkt mit Brutto-Einnahmen von rund 490 Millionen Euro zu rechnen ist, gegenüber 2001 ein Plus von 93 Prozent.

"Für 2003 erwarte ich dann auf Basis der Forrester-Zahlen Einnahmen von rund 752 Millionen Euro", sagte Rösger weiter. Für das Gesamtjahr 2001 werde im deutschen Online-Werbemarkt mit Einnahmen von knapp 254 Millionen Euro gerechnet, nach 150 Millionen Euro im Jahr 2000. 2003 werde sich AOL bei den Werbe-Einnahmen deutlich von seinen Mitbewerbern absetzen, sagte Rösger weiter, ohne Zahlen zu nennen. AOL Deutschland gibt als Tochter des börsennotierten US-Medienkonzerns AOL Time Warner keine Umsatz- und Gewinnzahlen und auch nicht den Anteil der Werbe-Einnahmen am Gesamtumsatz bekannt.

Der US-Mutterkonzern AOL Time Warner, der neben dem Internet-Zugangsdienst auch Fernsehsender, Musikunternehmen und Filmstudios umfasst, hatte kürzlich seine Gewinn- und Umsatz-Prognosen für 2001 und 2002 reduziert und dies mit dem rückläufigen Werbemarkt und Kosten im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September begründet.

Auf die Werbe-Einnahmen von AOL Deutschland hatten die Anschläge Rösger zufolge aber keine Auswirkungen. "Wir haben bei AOL Deutschland nach den Anschlägen in den USA keinen Einbruch der Werbe-Einnahmen verzeichnet", sagte Rösger. Es habe keine Stornierungen oder einen Aufschub abzuschließender Verträge gegeben. "Am Anfang gab es schon einen gewissen Schock, der auch am Werbemarkt zu spüren war. Inzwischen ist aber ganz deutlich ein Stimmungswechsel zu erkennen." Die Tendenz sei positiv.

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