Bertelsmann Reanimationsversuch

Die alte Dame des Medienkonzerns wird geliftet. Lea Rosh soll ab Januar Buchclub-TV moderieren.

Frankfurt - Der Medienkonzern Bertelsmann will mit seinen traditionellen Buchclubs ein Literaturmagazin im Fernsehen starten.

Die 60-minütige Sendung solle von der Journalistin Lea Rosh moderiert werden, teilte Bertelsmann am Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse mit. Der Start sei für Anfang des Jahres bei den Privatsendern Vox und XXP geplant. In der Sendung mit Talkshow-Charakter sollten auch Bücher aus dem Club-Sortiment vorgestellt und mit Gästen besprochen werden. "Ganz bewusst werden wir auf populäre Themen und zeitgemäße Literaturdebatten setzen", sagte Club-Geschäftsführer Wulf Böttger.

Seit Jahren im deutschen Fernsehen etabliert ist die von Marcel Reich-Ranicki moderierte ZDF-Diskussionsrunde über Bücher, das "Literarische Quartett". Bertelsmann zufolge sollen die im eigenen Literaturmagazin besprochenen Bücher über die Club-Kataloge, -Filialen und den im Frühjahr in die Clubs integrierten Internet-Buchhändler BOL erhältlich sein.

Der Bertelsmann Buchclub, der entscheidend zum Aufstieg des Gütersloher Konzerns in der Nachkriegszeit beigetragen hat, hatte in den vergangenen Jahren mit Mitgliederschwund zu kämpfen. Nun peilt die Sparte für das kommende Jahr wieder schwarze Zahlen an. Derzeit bewege sich der Jahresumsatz des Bertelsmann Buchclubs in Deutschland in einer Größenordnung von einer Milliarde Mark, sagte Böttger.

Moderatorin Lea Rosh gehört den Angaben zufolge zu dem neu gegründeten "Club-Beirat", dem unter anderem auch die Schriftsteller Walter Kempowski und Tanja Kinkel sowie der Buchautor und "F.A.Z."-Redakteur Florian Illies angehören. Auch sie sollten in der Fernsehsendung Bücher präsentieren und die Literatur-Diskussion fördern.