Propaganda Zensur oder Maulkorberlass?

Die US-Regierung appelliert: TV-Gesellschaften sollen al-Qaida-Videos nicht mehr zeigen.

Washington - Die US-Regierung hat an die Fernsehgesellschaften des Landes appelliert, künftig von der Terrororganisation El Kaida verfasste Videos nicht mehr auszustrahlen. Eine entsprechende Bitte trug die nationale Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice am Mittwoch in Telefongesprächen mit den Spitzen der Gesellschaften vor, wie der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, mitteilte.

Als Grund nannte Fleischer die Sorge, dass die Videos verschlüsselte Nachrichten an Terroristen-Zellen außerhalb Afghanistans enthalten könnten - etwa die Botschaft, bestimmte Terroraktionen zu starten. "Bestenfalls" enthielten die Aufzeichnungen Propaganda der Terroristen.

Nach Fleischers Worten empfiehlt die Regierung allenfalls noch indirekt aus den Bändern zu zitieren. Der Sprecher betonte, es handele sich keinesfalls um einen Zensur-Versuch. Die Medien seien frei, und es liege in ihren Händen, ob sie dem Ersuchen der Regierung folgten oder nicht.

Am Sonntag hatte der Nachrichtensender CNN ein Video gezeigt, in dem der mutmaßliche Terroristenchef Osama bin Laden zum "Heiligen Krieg" aufrief. Am Dienstag strahlte der arabische Sender Al-Dschasira eine weitere Aufzeichnung mit der Ankündigung eines El-Kaida-Sprechers aus, es werde weitere Terroranschläge geben.