Steuern Gericht erleichtert PC-Besitzern Abrechnung von Werbungskosten

Computerkosten können abgesetzt werden. Dies gilt auch für Scanner, Drucker und Monitore.

Neustadt/Weinstraße - Mit einem Grundsatzurteil zur steuerlichen Abzugsfähigkeit von Computerkosten hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz Besitzern von Heimcomputern den Rücken gestärkt.

Danach wird der Anteil der beruflichen Computer-Nutzung künftig automatisch auf 35 Prozent geschätzt, wenn feststeht, dass das Gerät auch für diese Zwecke benutzt wird. Dem Gericht zufolge kann der Besitzer künftig bei seiner Einkommensteuererklärung auch 35 Prozent des Preises als Werbungskosten geltend machen.

Mit dem Urteil gab das Gericht einem technischen Angestellten aus der Nähe von Koblenz Recht, der gegen sein Finanzamt geklagt hatte. Nach der bisherigen Rechtsprechung konnten Aufwendungen für einen Heimcomputer nur berücksichtigt werden, wenn der Anteil der privaten Nutzung unter zehn Prozent lag. Grund war das im Einkommensteuergesetz angeführte Aufteilungs- und Abzugsverbot.

Aus Gründen der "steuerlichen Gerechtigkeit" müsse aber - neben Auto und Telefon - auch der Computer vom Aufteilungs- und Abzugsverbot ausgenommen werden, teilte das Gericht mit. Dies gelte schon deshalb, weil einige Länderfinanzverwaltungen eine entsprechende Aufteilung bereits zugelassen hätten, ohne dass bislang ein bundeseinheitlicher Erlass ergangen sei.

Der Ansatz gelte auch für Computerzubehör wie Scanner, Drucker und Monitor. Das Gericht teile nicht die Ansicht, dass solche Geräte nicht selbstständig genutzt werden könnten. Grund sei ein Urteil des Bundesfinanzhofs, wonach Computerprogramme selbstständige Wirtschaftsgüter seien.

Das Gericht wies darauf hin, dass es sich bei dem Ansatz von 35 Prozent um eine Schätzung handelt. Es könne angenommen werden, dass die private Nutzung eines Heimcomputers überwiege, wenn der Arbeitnehmer das Gerät nur zur Ergänzung seiner beruflichen Tätigkeit nutze. Da der Kläger im vorliegenden Fall keinen konkreten Einzelnachweis habe bringen können, sei es bei einem geschätzten beruflichen Nutzungsanteil von 35 Prozent geblieben. Die Revision zum Bundesfinanzhof wurde wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassen.