"FAS" Start mit 600.000 Exemplaren

Trotz Werbeflaute - die "FAZ" hält an ihrer Sonntagszeitung fest. Start ist Ende September.

Frankfurt/Main - Mit rund 100 Seiten Umfang und in einer Druckauflage von 600.000 Exemplaren kommt die neue "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) am 30. September auf den Markt.

Mittelfristig werde eine verkaufte Auflage von 230.000 bis 250.000 Exemplaren angepeilt, sagte "FAZ"-Geschäftsführer Jochen Becker am Mittwoch bei der Vorstellung der Null-Nummer in Frankfurt. Nach Millionenverlusten bei der bisherigen "FAZ-Sonntagszeitung" strebe man schwarze Zahlen bis 2006 an.

Für die "FAS" peile man einen Anzeigenumsatz von 40 Millionen Mark an. Gemessen am gesamten FAZ-Anzeigenumsatz von 800 bis 900 Millionen Mark sei das ein "kleiner Sockel", sagte Becker.

Konkurrenz ist kein Maßstab

Mit der neuen Sonntagszeitung greift der "FAZ"-Verlag die bisherige Monopolstellung des Axel Springer Verlages an. Dieser ist mit "Bild am Sonntag" (Bams) und "Welt am Sonntag" (Wams) einziger Vertreter mit überregionalen Zeitungen am Sonntag.

Im "Kress Report" hatte Jochen Becker bereits gesagt, es sei Potenzial für eine weitere Sonntagszeitung da. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" solle allerdings nicht die größte Zeitung am Sonntag werden. Das Massengeschäft könne nicht das Thema des Verlags sein.

Die Konkurrenz sei dabei kein Maßstab, "darauf lassen wir uns gar nicht ein", so "FAZ"-Herausgeber Frank Schirrmacher. Im Vergleich: Die "Bild am Sonntag" hatte in der 33. Kalenderwoche (KW) 2001 eine verkaufte Auflage von 2.548.651 Exemplaren, die Druckauflage zählte 3.147.515 Exemplare. Die verkaufte Auflage der "Welt am Sonntag" lag in der 33. KW bei 460.788 Exemplaren, die Druckauflage bei 647.877.

Vertriebsnetz noch nicht komplett aufgestellt

Mit dem bestehenden Vertriebsnetz könnten 70 Prozent der bisherigen 280.000 Abonnenten in Großstädten und Ballungsräumen versorgt werden, sagte Becker. Derzeit arbeite man daran, ein flächendeckendes Netz aufzubauen. Als Zwischenlösung könnten sich Leser, die die Zeitung noch nicht im Briefkasten erhalten, die "FAS" mit Gutscheinen am Kiosk, an Tankstellen oder in Bäckereien abholen.

Die "FAS" wird von 50 Redakteuren in Frankfurt, Berlin und München erstellt. Das Blatt besteht aus den Teilen Politik, Sport, Feuilleton, Wirtschaft, Geld und Mehr, Gesellschaft, Wissenschaft, Reise und Immobilien. Als zehntes so genanntes Buch kommt der Regionalteil für das Rhein-Main-Gebiet beziehungsweise München hinzu. Als nächste Regionalausgabe sei ein Berlin-Teil in Planung, sagte Becker. Dafür gebe es aber noch keinen "konkreten Zeithorizont". Im Laufe der nächsten Monate soll die "FAS" auch ins Internet gestellt werden.

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