Anschlag Ausverkaufte Zeitungen

Nach den Terroranschlägen stehen die Leser an den Zeitungskiosken Schlange.

Hamburg - Das Wissensbedürfnis der Deutschen ist nach den Anschlägen in den USA über die Geschehnisse und ihre Folgen immens. Obwohl Tageszeitungen und Nachrichtenmagazine in den vergangenen Tagen ihre Auflage teilweise erheblich gesteigert hatten, um dem Informationsbedürfnis ihrer Leser gerecht werden zu können, waren die Zeitungskioske des Landes immer wieder ausverkauft. Dies ergab am Dienstag eine bundesweite dpa-Umfrage.

So hatte das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" wegen des Terroranschlags auf das World Trade Center und das Pentagon seine Auflage von rund 1,3 auf 1,5 Millionen Exemplare erhöht. Dennoch war das Heft in vielen Teilen Deutschland bereits nach kurzer Zeit ausverkauft. "Am Frankfurter Flughafen haben die Passagiere Schlange gestanden", sagte Unternehmenssprecher Heinz Lohfeld. Auch das in München erscheinende Nachrichtenmagazin "Focus", das wie "Der Spiegel" statt am Montag bereits am Wochenende herausgekommen war, erhöhte seine Auflage um 140.000 auf insgesamt 1,13 Millionen.

"Stern" mit aktualisierter Ausgabe

Das Hamburger Magazin "Stern" reagierte auf das Informationsbedürfnis seiner Leser mit einer Sonderbeilage am vergangenen Donnerstag und einer vorgezogenen Ausgabe am Montag. Diese Ausgabe werde mit einigen Aktualisierungen am Donnerstag nochmals in den Handel gebracht, sagte Verlagsgeschäftsführer Bernd Buchholz. Damit erscheine der "Stern" erstmals in seiner Geschichte in einer aktualisierten Ausgabe.

Ein ebenfalls immenses Interesse registrierte die in München erscheinende "Süddeutsche Zeitung". Am ersten Tag nach dem Anschlag am vergangenen Dienstag sei die Auflage um rund 87.000 auf rund 613.000 Exemplare erhöht worden, sagte ein Sprecher. Dennoch hätten manche Zeitungskioske bereits morgens um 09.00 Uhr "ausverkauft" gemeldet. Nach eigenen Angaben druckte die "Süddeutsche" in den Folgetagen deshalb jeweils rund 120.000 Zeitungen mehr.

"FAZ"-Auflage steigt

Die hessischen Blätter "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und "Frankfurter Rundschau" ließen ihre Druckmaschinen ebenfalls länger laufen als üblich. Bei der "FAZ" wurden nach Angaben der Vertriebsleitung täglich bis zu 40 000 Exemplare mehr produziert. Das entspreche fast einem Viertel der Kiosk-Auflage. Die "FR" registrierte vor allem in den Großstädten wie Berlin und Hamburg eine deutlich stärkere Nachfrage. Der Springer-Verlag ("Bild", "Welt") erhöhte ebenfalls die Auflage seiner Blätter deutlich. Um wie viel wollte eine Sprecherin am Dienstag jedoch nicht sagen.

Täglich 25.000 zusätzliche Exemplare ihrer Regionalblätter hat die WAZ-Gruppe verkauft. Die "Neue Osnabrücker Zeitung" musste am Tag nach der Katastrophe 4000 Exemplare nachliefern. Eine Steigerung um 25 Prozent im Einzelverkauf registrierte die "Schweriner Volkszeitung", bis zu 20 Prozent musste die "Financial Times Deutschland" ihre Auflage erhöhen. Die "Stuttgarter Zeitung" reagierte mit einer Steigerung ihrer 150.000 Exemplare zählenden Auflage um 15 Prozent.

"Auf jeden Fall" mehr Zeitungen gedruckt und verkauft hat nach eigenen Angaben auch die Verlagsgesellschaft Madsack ("Hannoversche Allgemeine Zeitung", "Neue Presse"). "Allerdings liegen noch keine konkreten Zahlen vor", sagte Verlagsmitarbeiterin Dagmar Hennig. Gleiches war vom "Berliner Tagesspiegel" zu hören.

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