Altavista Suchmaschine unter Druck

Das Internetunternehmen hat einen neuen Chef und streicht 160 Stellen.

Palo Alto - Das angeschlagene Internetunternehmen Altavista steht unter neuer Führung: James Barnett, ehemaliger Chef von Myfamily.com, übernimmt das Amt des Chief Executive Officer. Er soll das Unternehmen aus der Krise führen, dass unter sinkenden Nutzerzahlen und niedrigen Werbeeinnahmen leidet.

Mit der Ernennung von Barnett kündigte das Unternehmen gleichzeitig an, rund 30 Prozent der Mitarbeiter zu entlassen. Die Kündigungswelle betrifft 160 Mitarbeiter. Damit würde die Beschäftigtenzahl auf 360 sinken. Stellen sollen vor allem im Shopping-Service-Bereich abgebaut werden, aber auch in anderen Abteilungen sind Kürzungen vorgesehen, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Abbau in Europa

Bereits Anfang Juni entließ Altavista fünf Länderchefs sowie Mitarbeiter in Europa. Die Country-Manager der Niederlassungen in Deutschland, Großbritannien, Italien, Frankreich und den Niederlanden mussten das Unternehmen verlassen. Die Büros in den Niederlanden und Schweden wurden gleich ganz geschlossen. Auch wenn die Websites weiterhin bestehen bleiben sollen, in Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien sollten weitere Entlassungen folgen, hieß es bereits im Juni. Ziel: rund zwei Drittel der Stellen in Europa sollten abgebaut werden.

Dass Altavista vor allem auf Druck des Mehrheitsgesellschafters CMGI handelt, ist anzunehmen. Die Internet-Holding, dessen Flaggschiff einst Altavista war, hält 83 Prozent an der Suchmaschine. Gerüchten zufolge will sich CMGI ganz aus Europa zurückziehen sowie sein Portfolio gründlich bereinigen. Der Reinverlust von CMGI weitete sich im dritten Quartal des Geschäftsjahres von 428 auf 963 Millionen Dollar aus. Der Umsatz legte von 233 auf 300 Millionen Dollar zu.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.