Fernsehen Unternehmen stornieren Werbe-Spots

Die Anschläge bescheren den TV-Sendern herbe Verluste. Harald Schmidt verlängert seine Pause.

Hamburg - Der Schock sitzt tief, trotz des wieder einziehenden Alltags haben die TV-Sender auch weiterhin ihr Programm umgestellt. Abgesagt zum Beispiel hat TV-Entertainer Harald Schmidt seine Show auch noch in dieser Woche. Angesichts der aktuellen politischen Lage werde die "Harald Schmidt Show" auf Sat.1 nicht ausgestrahlt, sagte ein Sprecher von Schmidts Produktionsfirma Bonito TV am Dienstag.

Weniger Probleme mit der aktuellen politischen Situation hat Stefan Raab. Doch seine Sendung "TV Total" am Montagabend auf ProSieben verfolgten nur 1,79 Millionen Zuschauer - deutlich weniger als sonst bei Raabs traditionell starken Montagsausgaben. Ob "Die Wochenshow" auf Sat.1 am Samstag wieder startet, ist gegenwärtig noch offen.

Abgesetzte Werbung

Neben abgesetzten Sendungen machen vor allem fehlende Werbeeinnahmen den TV-Sendern zu schaffen. Viele Kunden hätten von sich aus die Spots auf Grund der Terroranschläge storniert, zum anderen hätten die Sender in der Zeit der aktuellen Berichterstattung auf die Ausstrahlung der Werbeblocks verzichtet, hieß es von den beiden größten TV-Vermarktungsgesellschaften, IP Deutschland und SevenOne Media, am Dienstag auf Anfrage.

Die genauen Verluste konnten beide Unternehmen noch nicht beziffern. Sollte die Situation eskalieren, würden die Einnahmen noch geringer ausfallen. "Es gibt keine speziellen Strategien in der Erwartung eines Konflikts", sagte ein Sprecher der IP Deutschland, die RTL, RTL II, Super RTL und Vox vermarktet. "Wir gehen davon aus, dass sich die politische Lage normalisiert", sagte eine Sprecherin von SevenOne Media, die die Werbespots für ProSieben, Sat.1, Kabel 1 und N24 besorgt.

Allgemeine Werbeflaute

Die TV-Wirtschaft hat in diesem Jahr ohnehin eine Werbeflaute zu verkraften. Im Frühjahr gingen die Einnahmen im Vergleich zum starken Vorjahr bei fast allen Sendern deutlich zurück. Die Branche erhoffte einen besseren Herbst. Für das nächste Jahr haben einige Sender wie zum Beispiel die ARD eine Nullrunde bei den Werbetarifen festgelegt, andere - wie RTL - passen ihre Preise in Höhe der Inflationsrate an.

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