Telekom/Yahoo/Jamba.de Darf's noch etwas mehr sein?

Gebühren - immer mehr Anbieter verabschieden sich von der Kostenlos-Kultur.

Bonn - Bare Münze wollen immer mehr Internet-Anbieter sehen. Ist zwar der weitaus größte Teil des Internet immer noch kostenlos für die Nutzer, schwenken immer mehr Anbieter um und planen kostenpflichtige Angebote für ihre Dienstleistungen.

So zum Beispiel Debitel und Jamba.de, die ihre Kunden nur gegen Geld mit ihren WAP-Diensten versorgen. Auch der Internetpionier Yahoo verabschiedet sich immer mehr von der Kostenlos-Kultur. Ab Oktober sollen Nutzer für Kleinanzeigen zahlen. Gegen eine Monats- oder Jahresgebühr können die Nutzer den Service "Club Connect" wahrnehmen und ihre Anzeigen mit bis zu fünf Fotos bestücken. Kostenpunkt pro Jahr: rund 90 Dollar.

Auch die Deutsche Telekom will ab November für mobile Datendienste in Deutschland zehn Euro pro Monat kassieren. Das Unternehmen will in dem Bereich ein Geschäftsmodell mit dem abgespeckten Internetstandard WAP aufbauen, hieß es. Vorbild ist dabei der in Japan erfolgreiche Dienst i-Mode, der nach einem ähnlichen Bezahlprinzip arbeitet. Bislang versuchen die Mobilfunkanbieter, ihren Kunden durch kostenlose Dienste WAP schmackhaft zu machen.

Die Telekom-Tochter T-Motion, die für die Ausstattung des mobilen Internetportals mit Inhalten zuständig ist, will künftig Geld von den Kunden mit onlinefähigen WAP- Telefonen verlangen.

Die zehn Euro werden zusätzlich zu den Gebühren fällig, die die Handybesitzer für den Zugang zu den WAP-Diensten bezahlen müssen. Das wären im normalen GSM-Netz 39 Pfennig pro Minute beziehungsweise über die Technik für den schnellen Internetzugang (GPRS) ein volumenbasierter Tarif.

Gebühren für WAP-Dienste von One2One und Max.Mobil

"Wir wollen von vornherein einen möglichst loyalen Kundenstamm aufbauen", sagte der Chef von T-Motion, Nikesh Arora. Für den Pauschalbetrag von zehn Euro gibt es für die WAP-Kunden 25 Dienste, darunter Sportnachrichten, Spiele, elektronische Grußkarten und Klingeltöne.

Bis zum 31. Oktober sei das Angebot kostenfrei. Die Telekom-Töchter One2One in Großbritannien und Max.Mobil in Österreich würden im Frühjahr 2002 Gebühren für WAP-Dienste verlangen, hieß es weiter.

Wegen der langsamen Übertragungsgeschwindigkeit ist WAP bislang der Durchbruch am Markt versagt geblieben. Von den mehr als 20 Millionen TD1-Mobilfunkkunden nutzen gerade einmal zwei Prozent WAP- Dienste. Dies soll sich mit schnelleren Übertragungstechniken wie GPRS und dem Mobilfunkstandard UMTS ab 2003 ändern.

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