Freitag, 19. Juli 2019

First-e Pleitegeier

Der irische Online-Broker First-e macht dicht. Die DAB Bank will sich nun um die Kunden kümmern.

Hamburg – Anfang Oktober schließt die Internetbank First-e seine Pforten. Die Konten und Einlagen der First-e Kunden werden, sofern sie sich nicht anders entscheiden, offline bei dem französischen Mutterhaus Banque d'Escompte in Paris zu geänderten Konditionen weitergeführt. Alternativ bietet First-e ihrer Klientel an, entweder alle Vermögenswerte zu einer beliebigen Bank oder auf ein Online-Konto der Direkt Anlage Bank übertragen zu lassen.

DAB Bank und Banque d'Escompte haben vereinbart, dass die Kunden der Banque d'Escompte-Tochter First-e zur DAB wechseln können. First-e hat nach eigenen Angaben 215.000 mit einem Kundenvermögen von rund einer Milliarde Euro. Dagegen geht die DAB von lediglich 80.000 aktiven Kunden mit einem Vermögen von rund 735 Millionen Euro aus, von denen einem DAB-Sprecher zufolge erwartungsgemäß nur 8.000 bis 16.000 das Wechselangebot tatsächlich wahrnehmen werden. Die Kosten für die Transaktion liegen nach Angaben des Sprechers "im Rahmen der normalen Kundengewinnung". Für das vergangene Halbjahr hatte die DAB Bank eigenen Angaben zufolge 339 Euro je Netto-Neukunde aufgewendet.

Übernahmekandidaten gesucht

Das Angebot an die Kunden von First-e sei "eine gute Gelegenheit", jedoch keine Übernahme des Internet-Finanzdienstleisters, sagte der DAB-Sprecher. Die Transaktion sei nicht Teil der von der DAB Bank betriebenen Konsolidierungsstrategie, hieß es weiter. "Das wird noch kommen", sagte der Sprecher. Im Markt sei noch viel Spannung.

Bereist zuvor war in Branchenkreisen spekuliert worden, dass die DAB Bank First-e übernehmen werde. Das Unternehmen hatte Gespäche bestätigt, sich jedoch über den Inhalt ausgeschwiegen.

Weberbank mit Online-Angebot

Während die eine Bank dicht macht, investiert eine ander nochmal kräftig ins Internet. Wie die "Welt" berichtet bietet die Weberbank AG, Marktführer für das Geschäft mit vermögenden Privatkunden in Berlin, einen Online-Banking und -Brokarage an. Damit schreibt sich die Bank, die zukünftig unter Weberbank Privatbankiers KGaA firmieren wird, auf die Fahnen, die erste Privatbank mit einem Online-Vollbankangebot zu sein.

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