Kabel New Media Nun regiert der Sequester

Das Insolvenzverfahren wurde eröffnet, Firmengründer Peter Kabel ist zurückgetreten.

Hamburg - Nun ist es amtlich: Am vergangenen Samstag wurde über das Vermögen der Kabel New Media AG das Insolvenzverfahren eröffnet. Gleiches gilt für die Kabel-Gesellschaften in Hamburg, Berlin, München, Bonn und Friedrichshafen, die allesamt als GmbH firmierten.

Die Geschäftstätigkeit der Kabel New Media Hamburg GmbH wird nach Angaben des Unternehmens teilweise im eröffneten Verfahren fortgeführt. Einen Tag vor der Eröffnung des Insolvenzverfahren erklärte Peter Kabel seinen Rücktritt vom Amt des Vorstandsvorsitzenden der Kabel New Media AG. Einen Monat zuvor war bereits Fritz Mathys auf eigenen Wunsch und mit sofortiger Wirkung als Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Aktiengesellschaft zurückgetreten.

Am Wochenende hatte der Hamburger Informationsdienst "new business" vorab gemeldet, die Düsseldorfer Werbeagentur-Gruppe BBDO habe einzelne Unternehmensteile von dem insolventen Internet-Dienstleister erworben. Die Übernahmen der Kabel-Niederlassungen in Köln und in Berlin seien bereits vertraglich unter Dach und Fach. Über den Standort Hamburg werde noch verhandelt, berichtet das Fachblatt in seiner Printausgabe vom Montag.

BBDO Deutschland mit 270 Millionen Mark Honorar-Einnahmen und knapp 3000 Mitarbeitern will die hinzugekauften Kabel-New-Media-Teile mit der Tochter BBDO Interactive verschmelzen. Nach "new-business"-Informationen will BBDO nur dann Teile des Hamburger Geschäfts von Kabel New Media übernehmen, wenn der Großkunde BMW eine Auftragsgarantie für einen überschaubaren Zeitraum zusichert.


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