Kinowelt Abpfiff und Rot-Gelb

Der Medienkonzern trennt sich von Sportwelt, die Banken mauern - droht der Konkurs?

Berlin - Vorstandschef Michael Kölmel suche für die Kinowelt-Tochter Sportwelt einen finanzkräftigen Partner, berichtet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Unternehmenskreise in ihrer Montagausgabe.

An dem Düsseldorfer Unternehmen sind Kölmel und sein Bruder Rainer gemeinsam mit 90 Prozent, Kinowelt mit zehn Prozent beteiligt. Für Sportwelt soll ein Beitrag in zweistelliger Millionenhöhe fließen. Das 1999 gegründete Unternehmen hat 14 Fußballvereine unter Vertrag, darunter den Erstligisten Borussia Mönchengladbach.

Bereits seit Wochen wird in den Medien über eine mögliche Insolvenz von Kinowelt spekuliert. Nach der Schätzung von Analysten muss das Unternehmen in diesem Jahr noch rund 300 Millionen Euro Schulden zurückzahlen. Seit Wochen verhandelt das Medienunternehmen deshalb mit seinen Gläubigerbanken über eine Umschuldung. Eigenen Angaben zufolge hat die Gesellschaft in diesem Zuge auch ein Restrukturierungskonzept vorgelegt.

Am Wochenende soll sich die Situation des angeschlagenen Medienunternehmens zugespitzt haben . Wie das "Handelsblatt" aus Kreisen der kreditgebenden Banken erfahren haben will, kann Kinowelt in dieser Woche unter Umständen der Konkurs drohen. Das vom Vorstand vorgelegte Sanierungskonzept sei "indiskutabel", heißt es. Für eine Stellungnahme zu diesem Bericht war am Montagmorgen im Unternehmen noch niemand zu erreichen.

Das Programm hatte eine Konzentration auf das Kerngeschäft Filmverleih, Lizenzhandel und DVD-Geschäft sowie Forderungsverzicht und frisches Kapital durch die Banken vorgesehen. Zum Konsortium gehören den Angaben zufolge rund zwei Dutzend Banken, der Hauptteil entfällt auf die BHF-Bank, ABN Amro und die Hypo-Vereinsbank.

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