Samstag, 14. Dezember 2019

Finanzportale Nach fünf Jahren kam das Ende

Das Aktienportal Fnet muss seine Pforten schließen. Den Betreibern ist das Geld ausgegangen.

München - Erneut muss ein Internet-Angebot die Segel streichen: Etwa fünf Jahre nach seinem Online-Start am 2. Dezember 1995 wird das Münchner Finanzportal Fnet nun vom Netz genommen, da den Betreibern das Geld ausgegangen ist. Fnet war nach eigenen Angaben nicht nur das älteste, sondern anfangs auch das reichweitenstärkste Börsenmagazin im deutschen Internet.

Ulf Rostalski, Herausgeber und Geschäftsführer der Silverline Neue Medien GmbH, sagte zur Begründung, "nach einer geplatzten Finanzierungsrunde und einem konjunkturell nicht ganz einfachen ersten Halbjahr" sei es dem Unternehmen nicht gelungen, die weitere Finanzierung sicherzustellen. Probleme hatte das Portal zuletzt auch bei der Zahl seiner Seitenabrufe: Diese lagen im Juni bei 3,6 Millionen, im Vergleich zum Vormonat ein Minus von annähernd 30 Prozent.

Noch im Oktober 1999 hatte Fnet mit Horst Fugger einen neuen Chefredakteur bekommen, der als Hoffnungsträger für das seit 2000 defizitäre Unternehmen galt. Fugger hatte zuvor bei der Zeitschrift "Börse online" gearbeitet und ließ den Web-Auftritt des Finanzportals nach seiner Amtsübernahme von Kabel New Media gründlich überarbeiten.

Der Arbeitsvertrag Fuggers wurde nach Angaben von Ulf Rostalski gegenüber manager-magazin.de am 18. Juli von Ulf Rostalski fristlos gekündigt. Derzeit besteht die Redaktion noch aus vier Festangestellten.

Der Umsatz des rein werbefinanzierten Angebots von Fnet lag im Jahr 1999 bei etwa 4,5 Millionen Mark, für das Jahr 2000 war eine Steigerung auf 10 Millionen Mark geplant. Der Preisverfall im Geschäft mit der Werbebanner-Vermarktung vereitelte ein Erreichen dieser ehrgeizigen Ziele.

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