N-TV Steigt CNN aus?

Verkauft CNN seine Anteile an dem Nachrichtensender? Steigt RTL bald ein? Die Gerüchteküche brodelt.

Berlin - Der US-Nachrichtensender CNN will offenbar seine Strategie auf dem deutschen Fernsehmarkt ändern. Tony Maddox, CNN Senior Vice President und Europachef, sagte dem "Handelsblatt", dass der Sender eine aggressive Strategie für den deutschen Markt brauche.

Der AOL Time Warner-Sender CNN ist wie CNBC Europe in Deutschland über Satellit oder Kabelfernsehen zu empfangen, liegt mit einer Reichweite von 20.000 Zuschauern am Tag (laut GfK) aber hinter CNBC mit 30.000 Zuschauern täglich. Der deutsche Nachrichtensender n-tv, an dem der AOL Time Warner mit 49 Prozent und die Verlagsgruppe Handelsblatt mit 28,5 Prozent beteiligt sind, erreicht dagegen netto 3,9 Millionen Menschen täglich.

CNN überdenkt n-tv-Anteile

Maddox bestätigte nun zum ersten Mal, dass CNN tatsächlich die n-tv-Anteile in Frage stelle. Um seine eigene Position zu stärken und ein eigenes Programm für den deutschen Markt aufzubauen, könnte sich CNN von zumindest einem Teil der Anteile trennen. Schon seit einiger Zeit kursieren Gerüchte, CNN werde seine Anteile an RTL abtreten. RTL hatte immer wieder offen bekannt, an n-tv interessiert zu sein.

Wie die Ausrichtung von CNN in Deutschland zukünftig aussehen könnte, darüber schweigt Maddox. Möglich wären Kooperationen mit Partnern aus der Telekommunikationsbranche, den Neuen Medien und dem Fernsehen. Digitale Angebote und interaktives Fernsehen hat der Sender offenbar im Visier. Bislang sendet CNN speziell für den deutschen Markt drei Nachrichtenfenster am Tag und setzt mit den dort platzierten Werbeinseln laut der Zeitung einen zweistelligen Millionenbetrag um.

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