EM.TV Haffa und Kloiber im Streit

Haffa und TMG-Chef Kloiber beschuldigen sich gegenseitig, dass die Verhandlungen nicht vorankommen.

München - Das angeschlagene Medienunternehmen hat sein Versprechen nicht eingelöst, drei weitere Interessenten für seine Anteile an der Tele-München-Gruppe (TMG) zu präsentieren, sagte TMG-Vorstandsvorsitzender Herbert Kloiber.

EM.TV-Chef Thomas Haffa hatte vor circa zwei Wochen angekündigt, Kloiber drei potenzielle Kandidaten für die TMG-Anteile zu nennen. Doch wie Kloiber der "Financial Times Deutschland" sagte, habe Haffa nur den Coupé-Verleger Klaus Helbert vorgeschlagen. Kloiber habe diesen aber abgelehnt.

Gerüchte besagten, dass Haffa auch die US-Investmenthäuser Hicks, Muse, Tate & Frust sowie Kohlberg Kravis Roberts an der Hand habe. Doch Kloiber will von diesen Interessenten nichts wissen. "Ich finde, es ist Zeit, mit diesen Ammenmärchen aufzuhören und so zu tun, als ob EM.TV engagiert nach Käufern sucht, die ich dann angeblich alle ablehne. Das ist nicht der Fall", zitiert die Zeitung Kloiber.

Haffa schiebt Schuld an Verzögerung Kloiber zu

Haffa steht weiter unter Zugzwang. Damit der angeschlagene Rechtehändler eine drohende Pleite abwehren kann, braucht er einen neuen Investoren, den er bereits in dem Medienkonzern KirchMedia gefunden hat. Damit TMG-Erzkonkurrent Kirch einsteigen kann, muss EM.TV sich von den Anteilen an TMG trennen, so die Auflage des Bundeskartellamts, dass den Fall Ende September entscheiden will.

EM.TV-Chef Haffa hatte vor kurzem angedeutet, dass Kloiber den Anteilsverkauf blockiere. Doch der Eindruck, dass EM.TV tatsächlich nicht so engagiert ist, wie man es versprochen hat, bleibt. Eine Sprecherin des Unternehmens konnte nicht sagen, wie die Suche nach weiteren Investoren laufe.

Linzenzrechte an Wackelpuppe

Während Kloiber und Haffa sich gegenseitig die Schuld geben, dass die Verhandlungen nicht vorankommen, meldet EM.TV, dass es sich die Lizenzrechte der Elvis-Wackelpuppe gesichert hat. Die Puppe, die den Rock-'n-Roll-Star Elvis Presley darstellt, ist aus einer Audi-Werbung bekannt geworden. Das Unternehmen habe die Rechte an der Puppe über das in Köln ansässige Medienunternehmen Saban Consumer Products erworben.

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