Supermarkt Noch in der Startphase

Lebensmittelhandel im Web - Tengelmann bricht ab, Rewe und Edeka testen dagegen den Internetverkauf.

Hamburg - Trotz jüngster Pläne mehrerer Internet-Lebensmittelhändler wagen sich immer mehr Großketten in das Feld des World Wide Web. Neben dem Kölner Handelskonzern Rewe arbeiten auch die Handelskette Edeka und die Metro-Tochter Real an Web-Angeboten.

Rewe testet derzeit ein Internetangebot im Raum Dortmund unter der Adresse www.rewe-kommt.de. Sollte sich das Projekt erfolgreich entwickeln, will Rewe das Angebot auf das gesamte Bundesgebiet ausweiten. Edeka hat ein Test-Projekt für Hannover angekündigt, und bei Real sollen bereits Pläne in der Schublade liegen, die nur darauf warteten, gezückt zu werden.

Tengelmann bricht Internetprojekt ab

Dennoch bleiben Zweifel, ob sich der Lebensmittelhandel über das Internet durchsetzen kann, bestehen. Zurückgezogen hat sich aus dem Geschäft bereits die Wiesbadener Kette Tengelmann, und das Online-Unternehmen Le Shop ging gänzlich Pleite.

Auch bei Spar ist die Zukunft von www.einkauf24.de ungewiss, denn die defizitäre Kette will sich im Zuge ihrer Umstrukturierung auf die Bereiche Groß- und Einzelhandel sowie die rund 400 Eurospar-Supermärkte und die 900 Netto-Lebensmittelgeschäfte konzentrieren. Für die übrigen Bereiche, darunter die Kodi-Kette, der Einkauf 24 sowie verschiedene Convenience-Geschäfte, soll "eine intelligente Lösung" gefunden werden.

Marktforscher sehen große Potenziale

Trotz der Negativgeschichten schätzen Marktforschungsinstitute, dass in einigen Jahren bis zu fünf Prozent von zurzeit 250 Milliarden Mark Branchenumsatz über das Internet umgesetzt werden könnten. Vorzeige-Unternehmen ist die britische Kette Tesco, die von 300 Geschäften aus fast 90 Prozent der Briten beliefern kann und dabei Geld verdient. Demnächst will das Unternehmen sogar über ein Joint Venture in den US-Markt einsteigen.

In Deutschland machen sich dagegen derartige Erfolgsgeschichten rar. Einer der bundesweiten Lieferanten ist das Versandhaus Otto, dass mit dem Lebensmittelhändler Citti zusammenarbeitet. Zahlen über Umsatz oder Kunden sind allerdings nicht bekannt.

Als größtes Problem der Lebensmittelhändler sehen Experten vor allem die Logistik. Dieses Problem werde oft unterschätzt, darüber hinaus seien Ressourcen zu stark ausgebaut worden, die jetzt nicht ausgelastet seien.

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