Amazon Zur Kasse gebeten

Darf's ein bisschen mehr sein? Amazon verärgert seine Kunden mit einer versteckten Preiserhöhung.

Seattle - Der Online-Buchhändler Amazon hat seine US-Kunden mit einer verschleierten Preiserhöhung verärgert. Der Protest, das "Wall Street Journal" spricht von einem "Aufschrei der Kunden", war laut geworden, nachdem der Buchhändler auf seiner Homepage höhere Preise bei einigen Büchern als "Reduktion des Discounts" verklausulierte und Kunden Einsparungen bei der Bestellung von mindestens zwei Posten durch versandkostenfreie Lieferung versprochen hatte.

Tatsächlich zahlen Amazon-Kunden, so hat das "Wall Street Journal" ausgerechnet, jetzt in bestimmten Fällen mehr als vor der Umstellung. Die versandkostenfreie Lieferung ist für Amazon offensichtlich ein gutes Geschäft. Da einige Bücher bis zu zehn Prozent teuerer geworden sind, kostet eine Beispiel-Bestellung mit sechs Büchern, die das "Wall Street Journal" zusammengestellt hat, rund zwölf US-Dollar mehr. Zudem irritiert die Amazon-Kunden, dass der Online-Buchhändler bisher keine Angaben macht, bei wie vielen Büchern und um welchen Betrag die Preise angehoben wurden.

Der Internet-Buchhändler begründet die Umstellung bei den Liefergebühren, die in Deutschland übrigens nicht erhoben werden, mit der guten Resonanz bei Online-Käufern, die Versandkosten generell kritisch gegenüberstehen. Die Bedingung, dass mindestens zwei Artikel bestellt werden müssen, scheint amerikanische Amazon-Kunden nicht zu schrecken. Schließlich kostet das Paperback "The Book of Hope" nach wie vor nur 49 Cent und ist damit zum Mitbestellen prädestiniert. Auf der Amazon-internen Bestsellerliste hat es bereits Platz elf erreicht.

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