Libro Medienhändler kämpft ums Überleben

Der österreichische Medienhändler meldet Vergleich an. Der Vorstand wird ausgetauscht.

Wien - Die um ihre Existenz kämpfende österreichische Buch- und Medienkette Libro AG wird am Freitag den Vergleich anmelden. Das berichtete das Unternehmen am Donnerstag in Wien.

Gleichzeitig sei der alte Vorstand durch eine neue vierköpfige Führung ersetzt worden. Die Vorstände André M. Rettberg und Otto P. Arbeiter sind zurückgetreten. Das neue Team setzt sich aus Werner Steinbauer, Sprecher des Vorstands, Bernhard Chwatal, bisheriger Vorstand von Libro, Karl Kronsteiner, aus der Libro AG und Gerhard Maierhofer vom BML-Konzern zusammen.

Die bisherigen Mehrheitseigentümer von Libro, die Telekom Austria, die Unternehmens Invest AG und die Deutsche Beteiligungs AG, haben danach 50 Prozent und eine Aktie an den Sanierungsbeauftragten der Banken abgetreten. Die Banken seien bereit, mit 300 Millionen Schilling Soforthilfe den Zusammenbruch des Unternehmens zu verhindern.

Drei Milliarden Schulden

Libro steht bei Banken und Lieferanten mit drei Milliarden Schilling in der Kreide. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war ein Verlust von 1,2 Milliarden Schilling angehäuft worden. Nach dem Willen der Gläubigerbanken soll das Unternehmen mit 3000 Mitarbeitern erhalten bleiben und nach der Sanierung an einen neuen Eigentümer verkauft werden.

Die Libro-Aktie mit einem Ausgabekurs von 29 Euro Ende 1999 und einem Höchstkurs von knapp 68 Euro im folgenden Mai, war am Donnerstagvormittag an der Wiener Börse vom Handel ausgesetzt worden. Bei Wiederaufnahme des Handels stürzte das Papier im Handelsverlauf um über 15 Prozent auf 3,51 Euro ab.

Libro hatte bisher 300 Filialen in Österreich und 18 in Deutschland betrieben. Die offenbar fehlgeschlagene Expansion ins Nachbarland war als ein Grund für die Schwierigkeiten des Unternehmens genannt worden.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.