Japan Grüße vom Regierungschef

Polit-Popstar. Zwei Millionen Fans bekommen wöchentlich E-Mails vom Ministerpräsidenten.

Tokio - Fast zwei Millionen Japaner haben ein E-Mail-Magazin ihres Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi abonniert, in dem er seine Reformpläne erläutert.

Die große Nachfrage an dem wöchentlich erscheinenden elektronischen Brief hat die Erwartungen der Regierung übertroffen: "Wir sind erstaunt und hoch erfreut", sagte ein Regierungssprecher am Donnerstag. "Das zeigt das Interesse der Japaner an Koizumis Kabinett und seinen Reformplänen."

Am selben Tag hat eine von Koizumi eingesetzte Arbeitsgruppe einen Reformplan vorgelegt, der das Land aus der Wirtschaftkrise führen soll. Laut Umfragen unterstützen 80 Prozent der Japaner Koizumi - ein Rekordwert. Der Ende April gewählte Ministerpräsident hatte angekündigt, er wolle Politik wieder volksnäher gestalten.

Die politischen Verbündeten von Junichiro Koizumi sind offenbar nicht die einzigen, die aus der Beliebtheit des japanischen Ministerpräsidenten Kapital schlagen wollen. Im Internet entdeckten Mitarbeiter der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) nach Zeitungsberichten vom Freitag nun Trittbrettfahrer, die an der Popularität Koizumis mitverdienen wollten. Ein Poster mit der Unterschrift des Regierungschefs stand dort für umgerechnet mehr als 200 Mark zur Auktion - allerdings war die goldene Signatur eine Fälschung. Das Plakatangebot wurde nach Beschwerden der Partei daraufhin von der Webseite entfernt.

Poster Koizumis gibt es ganz legal bei der Partei selbst, für rund eine Mark, aber ohne Unterschrift. Koizumi genießt in Japan die seit Jahrzehnten höchsten Beliebtheitswerte eines Regierungschefs.

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