E-Sixt Winzige Internettochter

Seit Monaten kriselt es bei dem Autovermieter. Die Web-Tochter soll schon bald profitabel sein.

München - Nach einer weiteren steilen Talfahrt im laufenden Jahr soll es mit der Sixt AG ab nächstem Jahr wieder kräftig bergauf gehen. Dazu will der größte deutsche Autovermieter seine Flotte und das Stationsnetz verkleinern, die Preise erhöhen und das Leasing-und Internetgeschäft ausbauen, wie Vorstandschef Erich Sixt sagte. Außerdem setze er auf eine Trendwende auf dem übersättigten Gebrauchtwagenmarkt.

Internet wächst

Im Vergleich zu den Vermiet- und Leasinggeschäften, die im vergangenen Jahr 4,4 Milliarden und 0,6 Milliarden Mark zum Umsatz von Sixt beitrugen, ist die E-Commerce-Tochter E-Sixt mit neun Millionen Mark Umsatz noch winzig. Aber wie Erich Sixt mitteilte, wachse sie stürmisch. Schon im laufenden Jahr erwarte Sixt "schwarze Zahlen von einigen Millionen", sagte der Mehrheitsaktionär. Inzwischen erfolge jede fünfte Mietwagen-Reservierung online.

Übers Internet verkaufe Sixt zugleich Autos, Charterflüge, Pauschalreisen oder Hotelzimmer. Kunden wie Bayer oder Thyssen-Krupp hätten das Sixt-Portal in ihr Intranet gestellt und ermöglichten so allen Beschäftigten den Zugriff auf die Sixt-Angebote.

Konsolidierungskurs

Im vergangenen Jahr war der Umsatz von Sixt dank der neukonsolidierten britischen Tochterfirma United Kenning auf 5,125 Milliarden Mark gestiegen; der Jahresüberschuss stürzte um 20 Prozent auf 27,4 Millionen Mark ab. Ab 2002 soll die Restrukturierung des Konzerns jedoch Früchte tragen: "Ich erwarte dann Umsatz- und Ergebniszuwächse in zweistelliger Prozenthöhe", sagte Sixt. Zudem werde die Gebrauchtwagenkrise, die sich gegenwärtig nochmals zuspitze, erfahrungsgemäß nicht ewig anhalten.

Im ersten Quartal seien die Fuhrparkkosten erneut gestiegen. Der Quartalsverlust kletterte im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf 6,8 Millionen Mark. Im Gesamtjahr würden Umsatz und Jahresüberschuss noch einmal um zehn Prozent sinken, sagte Sixt: "Wir sind in einer Talsohle." Nachdem er in den letzten Jahren mit seinen Prognosen auf die Nase gefallen sei, sei diese Vorhersage aber sehr konservativ und vorsichtig.