Universal Ungeliebte Hauptstadt

Der Umzug der deutschen Universal-Zentrale von Hamburg nach Berlin soll wieder abgeblasen werden.

Hamburg - Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel-Online soll der Berliner Senat Schwierigkeiten haben, die zugesagten Fördermittel zur Verfügung zu stellen. Ursprünglich wollte Berlin dem Musikkonzern nach eigenen Angaben rund 20 Millionen Mark zur Verfügung stellen. Universal Music wollte zu der neuen Situation noch nicht Stellung nehmen.

Ende April hatte Universal-Chef Tim Renner den Umzug des Unternehmens bekannt gegeben. Eines der entscheidenden Argumente für die Verlagerung der Firma nach Berlin sei die Rolle der Hauptstadt als neues kreatives Zentrum des Landes.

Der Entschluss war innerhalb des Unternehmens auf erheblichen Widerstand gestoßen. Zwei Drittel der Belegschaft hatte erklärt, dass sie Hamburg auf keinen Fall verlassen wollten. Die Stimmung der 500 Mitarbeiter sei "auf dem Nullpunkt", hatte Betriebsrat Carl Lippert gesagt.

Zwischen den Städten Hamburg und Berlin wäre der Universal-Umzug beinahe zum Politikum geworden. Der Hamburger Senat hatte der Stadt Berlin unfaire Methoden bei der Standortwerbung vorgeworfen.

Mit der neuen Situation kann sich die Stadt Hamburg sehr gut anfreunden. Andreas Köpke, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, wies auf die Bemühungen der Hansestadt hin, den Stadtteil St. Pauli als Zentrum für die Musikbranche auszubauen. Über die neue Entwicklung bei Universal zeigte Köpke sich sehr erfreut: "Unsere Türen stehen sperrangelweit offen."