ZDF "Wir schwächeln, keine Frage"

Chef Dieter Stolte ist mit dem Programm seines Senders nicht zufrieden.

Hamburg - ZDF-Intendant Dieter Stolte ist mit dem Unterhaltungsprogramm und den neuen Reportage-Formaten seines Senders nicht zufrieden. "Wir schwächeln, keine Frage", sagte Stolte in einem am Dienstag veröffentlichten Interview von "Spiegel Online".

Mit Sendungen wie "Wer wird Millionär?" habe die Konkurrenz wie etwa RTL den Zeitgeist getroffen. Dennoch wolle das ZDF an der Unterhaltung festhalten und dafür auch neue Moderatoren von anderen Sendern abwerben: "Ich würde Günther Jauch gerne wieder bei uns begrüßen." Jauch hatte beim ZDF einst das "Sport-Studio" moderiert.

Hinter den Erwartungen

Die neue Sendung "ZDF.reporter" sei noch nicht perfekt, räumte Stolte ein, der sich im März 2002 nach mehr als 20 Jahren an der Spitze des Senders zurückziehen wird. "Wir liegen noch hinter den eigenen Erwartungen zurück." Eine neue Arbeitsgruppe solle nun bessere Themen finden. Eine individuellere Handschrift muss nach Stoltes Ansicht die Sendungen prägen: "Vorbilder könnten Scholl-Latour oder Troller sein."

Stolte beklagte den rauen Ton, der gegenwärtig im deutschen TV-Geschäft herrsche: "Verunglimpfungen und Schmähungen der Konkurrenz gab es früher so nicht. Harter Wettstreit ja, Beleidigungen nein. Dieser Tonfall ist eingeführt worden von den Wienern, die in die deutsche Medienlandschaft eingezogen sind, von Leuten wie dem ehemaligen RTL-Chef Helmut Thoma und dem RTL-Chefredakteur Hans Mahr."