Sportgate Return Becker

Wollte Boris das Sportportal retten? An der Pleite soll Paulus Neef schuld gewesen sein.

Berlin - Boris Becker soll bereit gewesen sein, das insolvente Internet-Portal Sportgate neu zu finanzieren. Der dreimalige Wimbledon-Sieger habe seinen Anteil von 60 auf 80 bis 90 Prozent erhöhen wollen, berichtete die "Welt am Sonntag" vorab am Samstag. Darüber seien sich Becker-Berater Thomas Deissenberger sowie der Vorstands-Vorsitzende des Internet-Unternehmens Pixelpark, Paulus Neef, einig gewesen.

Unter Berufung auf Gesellschafter schreibt das Blatt, eine Übereinkunft sei an der Forderung eines Neef-Anwaltes gescheitert, der zwischen vier und acht Millionen Mark gefordert habe. Beckers Vertreter hätten dagegen "deutlich weniger" geboten. Neef solle außerdem 3,3 Millionen Mark in die Kapitalrücklage der Gesellschaft zahlen.

"Wir bitten um die Einzahlung von 3,3 Millionen"

In einem Brief zweier Vorstände von Sportgate an Neef vom 9. Mai 2001 heißt es: "Sollte es Ihnen versagt sein, bis zum 23. Juni 2001 einen Zeichner der Kapitalerhöhung zu benennen, bitten wir um die fristgemäße Einzahlung des vereinbarten Betrags von 3.300.000,00 Mark in die Kapitalrücklage der Gesellschaft bis zum 23. Juni 2001."

Bislang habe Neef keinen nachweislich Interessierten vorgestellt, der für ihn diese Zahlung übernehmen könnte. Neef ist über die Pixelpark-Tochter Venture Park und als Privatperson an Sportgate beteiligt.

Deplatzierte Attacke

Deissenberger wies darüber hinaus gegenüber der "Welt am Sonntag" die Kritik von Helmut Thoma zurück. Der Vorstandsvorsitzende von Sportgate und früherer Chef des Privatsenders RTL hatte Becker vorgeworfen, er wisse alles besser und dulde neben sich eigentlichen keinen Berater. Dazu sagte Deissenberger: "Operative Führung und Verantwortung liegen bei Thoma. Zu seinen Aufgaben zählt nicht, die Gesellschafter zu attackieren."