NTT Docomo Rennschnecke

Die High-Speed-Handys der dritten Generation sind unbrauchbar. Rückschlag auch für UMTS?

Tokyo - Softwareprobleme haben dazu geführt, dass der japanische Handy-Riese NTT Docomo 1400 High-Speed-Handys der dritten Generation (3G) zurückrufen musste. Die Geräte waren Ende Mai an ausgesuchte Testpersonen verteilt worden.

Durch ein Software-Upgrade für den Handy-Dienst I-Mode sollte es möglich sein, zehnmal so viele E-Mail-Adressen zu speichern und zu verwalten. Außerdem hätte der User komplexere Dienste in Anspruch nehmen können, weil die Übertragungsrate auf den Breitbandgeräten mehr als dreimal so hoch ist als bei der alten Generation. Über eine USB-Schnittstelle konnte das Test-Handy auch an den PC angeschlossen werden.

Markteinführung in Frage gestellt

Jetzt zweifeln Spezialisten, ob die geplante Markteinführung der 3G-Handys wie geplant im Oktober stattfindet. In Frage gestellt wird auf Grund der Rückrufaktion auch die Auslieferung des Video-Handys, des Flagschiffs von NTT.

Die Analysten der großen japanischen Bankhäuser gehen aber nicht davon aus, dass die Rückrufaktion dem Unternehmen finanziellen Schaden zufügt. Denn die 24 Millionen I-Mode-User in Japan sorgen für steigende Umsätze.

Europa wacht mit Argusaugen über Japan

Frage bleibt, ob der Entwicklungsrückschlag der G3-Handys Auswirkungen auf den UMTS-Einführung in Europa haben wird. Denn dort wird der japanischen Mark mit Argusaugen beobachtet. Wenn neben der Unsicherheit über die Kundenakzeptanz von UMTS noch technische Probleme hinzukämen, könnte das katastrophale Folgen für die Anbieter haben.