Bertelsmann Konstanter Gewinn

Konzern-Chef Thomas Middelhoff erwartet für dieses Jahr ein Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau.

Hamburg - Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff erwartet für das zu Ende gehende Geschäftsjahr 2000/2001 ein Betriebsergebnis in den Stammgeschäften auf Vorjahreshöhe.

Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte er weiter, der Überschuss, bei dem außerordentliche Belastungen und Erträge berücksichtigt werden, liege voraussichtlich bei sieben Milliarden Mark. Im vergangenen Geschäftsjahr betrug der Überschuss 672 Millionen Euro.

RTL treibt den Umsatz nach oben

Der Umsatz werde in dem am Ende Juni endenden Geschäftsjahr bei 41 Milliarden Mark liegen. 1999/2000 betrug der Umsatz 32,2 Milliarden Mark. Der größte Umsatzbringer sei erstmals in diesem Jahr die RTL Group, die Bertelsmann nach der Übernahme der Mehrheit voll konsolidieren könne.

Ihr Anteil am Umsatz beträgt 20 Prozent, gefolgt von der Endkundensparte Bertelsmann Direct Group (19 Prozent), der Bertelsmann Music Group (18 Prozent), dem Zeitschriften- und Zeitungsverlagshaus Gruner + Jahr (16 Prozent), der Industriesparte Arvato (14 Prozent), den Buchverlagen Random House (10 Prozent) und der Fachinformationssparte Bertelsmann Springer (4 Prozent).

Vorbereitungen für den Börsengang

Im kommenden Geschäftsjahr werde sich nach Angaben Middelhoffs der Überschuss auf sieben Milliarden Euro verdoppeln. Darin enthalten seien - wie auch schon im laufenden Jahr - hohe Sondererträge aus dem Verkauf von Internetbeteiligungen wie AOL Europa oder Mediaways, deren Erlöse sich insgesamt auf 18 Milliarden Mark beliefen. Bertelsmann sei zudem praktisch schuldenfrei, sagte der Vorstandsvorsitzende des Medienkonzerns.

Derzeit bereitet sich die Bertelsmann AG auf einen Börsengang vor. Middelhoff nannte das Ziel, bis zum Jahr 2004 die Umsatzrendite des Unternehmens, bezogen auf das Betriebsergebnis, von derzeit sechs auf zehn Prozent zu steigern.

Bertelsmann hält an G + J fest

Middelhoff widersprach Gerüchten, Bertelsmann wolle sich von seinen Gruner + Jahr-Anteilen trennen. Der Bertelsmann-Konzern wolle den 25,1-prozentigen Anteil der Familie Jahr an dem Verlag Gruner + Jahr (G + J) nicht kaufen, so Middelhoff. Er sei "happy mit den Jahrs" und wolle größere Beträge auch lieber in andere Geschäftsfelder investieren, als damit den Familienanteil an G + J zu übernehmen.

Am Montag dieser Woche hatte die Verlegerfamilie Jahr Veränderungen im Gesellschafterkreis des Verlages abgelehnt. Man wehre sich gegen jeden Versuch des Mehrheitsgesellschafters Bertelsmann, eine Änderung der bestehenden Verhältnisse herbeiführen zu wollen, und werde keinesfalls ihren Anteil an G + J in Aktien der Bertelsmann AG tauschen, sagte ein Sprecher der Familie.

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