Ericsson Allianz fürs Internet

Der Telefon-Ausrüster bandelt mit Sun Microsystems an. Aus China erhält Ericsson einen Großauftrag.

Stockholm - Der Hersteller von Mobilfunknetzwerken Ericsson und das Softwarehaus Sun Microsystems verhandeln über eine strategische Allianz.

Wahrscheinlich würden die Unternehmen eine Zusammenarbeit in der Sparte Internet-Anwendungen anstreben, berichtete die Zeitung "Dagens Industri" unter Berufung auf ein internes Ericsson-Schriftstück. Der Ericsson-Sprecher Mads Madsen bestätigte die Gespräche, machte aber keine Angaben zu den Details der Verhandlungen.

Angeschlagenes Unternehmen

Ericsson leidet wie zahlreiche andere Telekom-Konzerne unter dem starken Rückgang des weltweiten Handy-Verkaufs. Mitte Mai teilte der Konzern in Stockholm mit, er werde 4000 Berater entlassen. Ericsson wolle durch den Stellenabbau, der Teil eines Rationalisierungsprogramms sei, 20 Milliarden schwedische Kronen (rund 4,3 Milliarden Mark) im Jahr einsparen. Die Kosten müssten sich der schwächeren Weltkonjunktur anpassen, hieß es weiter.

Am Freitag wurde darüber hinaus bekannt, dass der schwedische Investor AB seinen Anteil an Telefon AB LM Ericsson von 3,3 Prozent auf 4,7 Prozent erhöht hat. Die Aktien an dem Netz- und Mobilfunkherstellers seien von den Stiftungen Knut und Alice Wallenberg sowie Marianne und Marcus Wallenberg abgegeben worden, teilte Investor mit. Die Transaktion sei per Aktientausch durchgeführt worden, hieß es weiter.

Großauftrag aus China

Weiter teilte Ericsson mit, dass es von chinesischen Telekommunikationsunternehmen einen Auftrag im Volumen von rund 850 Millionen Dollar erhalten habe. Die Rahmenvereinbarung beinhaltet Ausrüstung und Service für GSM-, CDMA- und Multiservice-Netze. Der Vertrag mit den Mobilfunkbetreibern Jiangsu Mobile Communications, China Unicom Jiangsu Branch sowie der China Telecom Jiangsu Corporation soll imLaufe des Freitags unterzeichnet werden.

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