Online-Wahl Spielwiese für Demokraten

Schwaben-Offensive: Bürger wählen bundesweit zum ersten Mal ein kommunales Gremium via Internet.

Stuttgart - Schwaben sind als Tüftler und Bastler bekannt. Doch auch in Hightech-Fragen und modernen Wahlmethoden sind einige "Südländer" anderen Städten und Gemeinden einen Online-Schritt voraus.

In Fellbach bei Stuttgart wird von diesem Sonntag an der nach den Angaben bundesweit erste Jugendgemeinderat per Internet gewählt. Gleichzeitig ist es die erste Online-Wahl eines kommunalen Gremiums.

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat bereits persönlich sein Interesse am Verlauf der Wahl angekündigt. Schließlich könne die Wahl eine Spielwiese für die Wahl anderer kommunaler Gremien wie die der Gemeinderäte sein, erklärt Fellbachs Oberbürgermeister Christoph Palm.

Jugend für Demokratie interessieren

"Wir wollen mit Hilfe der modernen Methoden vor allem das Interesse der Jugend an der Politik wecken", erläutert das Stadtoberhaupt."Man muss die Jugend nur richtig anpacken, um das Interesse an der Demokratie zu fördern." Sein Alter komme ihm dabei zu Gute: "Ich fühle mich nicht so weit weg von den Jugendlichen", bekennt der 34-Jährige. Rund 1700 Wahlberechtigte zwischen 14 und 18 Jahren sind bis 22. Juni aufgerufen, ihre Vertreter per Internet-Stimme zu wählen.

Wer keinen Internetanschluss zu Hause hat, kann trotzdem wählen. Die Fellbacher Schulen und Rathäuser haben extra für die Wahl Computer aufgestellt und Wahlkabinen eingerichtet, an denen sich die Jugendlichen mit einem geheimen 15-stelligen Wahlcode einwählen können. Über 40 Kandidaten haben sich für die 15 Sitze im Jugendgemeinderat aufstellen lassen.

Die Kosten für die Jugendgemeinderatswahl beziffert der Oberbürgermeister auf insgesamt bis zu 150.000 Mark. Allerdings trage die Stadt dank der Hilfe von Sponsoren davon nur etwa 20.000 Mark.

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