Credit Suisse Geordneter Rückzug

Die Bank trennt sich vom Online-Brokerage. Ein Multi-Channel-Angebot ist geplant.

Zürich - Der Markt für Online-Broker ist mehr als schwierig. Sinkende Handelsumsätze, ausbleibende Neukunden und teuere Expansionen in Europa machen den Internetangeboten schwer zu schaffen.

Nun zieht die Credit Suisse Group die Konsequenz und stellt ihre europäische Online-Brokerage-Plattform ein. Allerdings will das Bankhaus damit nicht auf das dennoch lockende Online-Geschäft verzichten und den Markt nicht den Konkurrenten überlassen.

An die Stelle des Online-Brokers, der unter der Adresse www.creditsuissedirect.com seit November 2000 zugänglich war, soll das Multi-Channel-Angebot des Bankhauses treten. Das Angebot soll expandieren, den Schwerpunkt lege Credit Suisse besonders auf verschiedene lokale Internetdienstleistungen in europäischen Schlüsselmärkten, teilten die Schweizer am Mittwoch in Zürich mit.

Erbitterter Wettbewerb

Der "starke Rückgang der Nachfrage" für reine Online-Dienstleistungen und der "erbitterte Wettbewerb" auf dem Markt der Online-Broker seien für die Entscheidung ebenso ausschlaggebend gewesen wie eine einmalige Nachsteuerlast von 57 Millionen schweizer Franken auf den Gewinn für das erste Quartal.

Die Entscheidung sei zudem vor dem Hintergrund des "raschen Fortschritts" bei der Entwicklung von Multi-Channel-Angeboten getroffen worden, hieß es. Überdies sei in Großbritannien mit DLJDirect bereits ein Online-Broker etabliert worden, während die geplante Akquisition von General de Valores y Cambios der Credit Suisse ein lokales Internet-Angebot in Spanien ermögliche.

Eine Marketingkampagne für den ONline-Borker der Credit Suisse war für dieses Frühjahr geplant. Doch daraus wird wohl nichts mehr.

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